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27.02.2014 > Onlinemeldung

Früchtetee: Was darf auf der Verpackung stehen?

Bundesgerichtshof legt Grundsatzfrage Europäischem Gerichtshof vor
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen die Firma Teekanne geklagt, die auf ihrem Früchtetee „Felix Himbeer-Vanille Abenteuer“ in Wort und Bild mit Himbeeren und Vanille warb, obwohl gar keine Bestandteile oder Aromen davon enthalten waren. Der vzbv hält die Werbung für irreführend. Nun soll der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden, ob die Aufmachung der Verpackung europäischem Recht entspricht.

Die Teekanne GmbH Co KG vertrieb unter anderem das Produkt „Felix Himbeer Vanille Abenteuer“. Es handelte sich dabei um einen aromatisierten Früchtetee. Auf der Schauseite der Verpackung, die prominent im Verkaufsregal zu sehen ist, waren Himbeeren und Vanilleblüten abgebildet. Am unteren Rand befand sich der Hinweis „Früchtetee mit natürlichen Aromen“. In einem siegelartigen Rundaufdruck war zudem der Hinweis „Nur natürliche Zutaten“ aufgedruckt. Der Tee enthielt jedoch hauptsächlich Hibiskus, Äpfel, süße Brombeerblätter, Orangenschalen und Hagebutten – nicht aber Vanille und Himbeeren. Tatsächlich fanden sich im Tee lediglich Aromen mit Vanille- und Himbeergeschmack.

Nach Ansicht des vzbv wertet der durchschnittliche Verbraucher die Angaben auf der Verpackung so, dass mindestens die Aromen aus echten Himbeeren und Vanilleschoten gewonnen wurden. Der EuGH muss nun klären, ob Etikettierung, Aufmachung und Werbung den Eindruck erwecken dürfen, dass ein Lebensmittel eine bestimmte Zutat enthält, obwohl diese nicht vorhanden und das nur im Zutatenverzeichnis erkennbar ist

Studie: Aufmachung der Verpackung prägt Verbraucherverständnis

Dass prominente Abbildungen und Bezeichnungen auf Verpackungen das Verständnis von Verbraucherinnen und Verbrauchern wesentlich prägen, belegt eine repräsentative Studie der Agrifood Consulting GmbH im Auftrag des vzbv. Demnach verstehen rund 71 Prozent der Befragten eine Teeverpackung mit naturgetreuen Abbildungen von Früchten so, dass auch das entsprechende Fruchtaroma enthalten ist. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) gehen sogar davon aus, dass die Früchte als tatsächliche Zutat enthalten sind. Nur 16 Prozent vermuten, dass andere Früchte als die beworbenen die Hauptzutaten bilden. 

Die im Januar 2013 veröffentlichte Untersuchung wurde begleitend zum Projekt www.lebensmittelklarheit.de des vzbv und der Verbraucherzentralen durchgeführt. Das Onlineportal bietet Informationen rund um die Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln.

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