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09.09.2011 > Onlinemeldung

Fremder Geldautomat – Befremdliche Kosten

Immer noch eklatante Preisunterschiede bei den Abhebegebühren
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Wer Bargeld an einem fremden Automaten abheben muss, für den wird es teuer. In der jüngeren Vergangenheit wurde immer unverschämter abgezockt: Im Schnitt fielen mehr als fünf Euro an Gebühren an. Einige Institute verlangten sogar mehr als zehn Euro für die einzelne Abhebung. Die realen Buchungskosten liegen deutlich unter einem Euro.

Es gibt – anders als in vielen europäischen Nachbarstaaten – immer noch keine vernünftige Praxis im Umgang mit Kunden anderer Institute.

Hintergrund ist der Streit um die Nutzung des Geldautomatennetzes von Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken mit den Direktbanken. Seit über zehn Jahren haben sie es nicht geschafft, sich auf einen vernünftigen Infrastrukturkostenausgleich zu einigen. Nur innerhalb der Bankgruppen entstanden Verbünde, in denen man die Kunden der anderen Bank in der Regel kostenlos mitversorgte. In diesem Komplex bauten Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken mit rund 80 Prozent der Automaten ein marktbeherrschendes System auf.

Das Bundeskartellamt erzwang 2010 eine Neuregelung. Die Bankenverbände wichen einer einheitlichen Lösung aber aus.

Seit 15. Januar 2011 gibt es das direkte Bankenentgelt. Nun verlangt die Automatenbank und nicht mehr die Kontobank ein Entgelt und zeigt dies am Automaten an. Aber nur die privaten Banken haben erklärt, nicht mehr als 1,95 Euro als Mindestentgelt für die Buchung zu verlangen. Das bedeutet an gut 80 Prozent der Automaten kann man weiter vom Preis überrascht werden. Mit Transparenz hat das nichts zu tun.

Im EU-Ausland gilt das direkte Automatenentgelt nicht. Viele Institute verlangen hier aber weiterhin die alten hohen Entgelte, obwohl etwa für Großbritannien bekannt wurde, das für das Fremdabheben sich die Institute beider Länder untereinander nur 75 Cent berechnen und obwohl in einigen Ländern wie zum Beispiel den Niederlanden dortige Verbraucher für das Fremdabheben nichts zahlen müssen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert alle Institute auf, dem Beispiel der privaten Banken zu folgen und ein maximales Entgelt unterhalb von 2 Euro festzulegen. Falls erforderlich, müssen sie sich unabhängig von der Einzelbuchung über Kostenausgleiche verständigen. Gelingt dies nicht, muss die Politik eingreifen. Das EU-Problem muss gelöst werden. Deutsche Verbraucher dürfen im EU-Ausland nicht preisdiskriminiert werden

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