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06.12.2011 > Onlinemeldung

Fordern und drohen

Wie Inkasso-Unternehmen Verbraucher einschüchtern
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Inkasso-Unternehmen treiben im Auftrag von Gläubigern Geld ein. Häufig sind die Forderungen unberechtigt oder fragwürdig. Manche Inkasso-Firmen stört es trotzdem nicht, die Verbraucher damit unter Druck zu setzen.

Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen, sagt der Volksmund. Doch was, wenn eine Rechnung ins Haus flattert, ohne dass man weiß warum? Die Verbraucherzentralen haben in einer aktuellen Untersuchung rund 3.700 Beschwerden analysiert, die bei den Verbraucherzentralen eingegangen sind. Von den erfassten Forderungen waren nach eingehender Prüfung nur ein Prozent berechtigt, 84 Prozent dagegen unberechtigt. In 15 Prozent der Fälle konnte nicht klar ermittelt werden, ob es sich um eine berechtigte oder unberechtigte Forderung handelte.

57 Prozent der untersuchten Inkasso-Schreiben machten Forderungen geltend, die auf so genannte Abofallen im Internet zurückgingen. Diese sind in der Regel unberechtigt. Das gleiche gilt für angeblich am Telefon geschlossene Verträge, die in 26 Prozent der ausgewerteten Verbraucherbeschwerden Grundlage der Forderungen waren. Trotzdem bezahlen viele Verbraucher, weil sie von den Drohungen der Inkasso-Firmen eingeschüchtert sind. Die Untersuchung der Verbraucherzentralen ergab, dass sich rund drei Viertel der befragten Verbraucher von den Inkassoschreiben bedroht, verängstigt und eingeschüchtert fühlten.

Fragwürdige Methoden

Gedroht wird mit Hausbesuchen von Mitarbeitern im Außendienst, dem Gerichtsvollzieher, einem Schufa-Eintrag oder mit Gerichtstiteln, die zur Verhaftung führen können. Häufig sind die Schreiben auch mit aggressiver Wortwahl gespickt („wir haben Sie nicht vergessen“, „wir hoffen, dass sie Unannehmlichkeiten zu vermeiden wissen“). „Ein Inkasso-Unternehmen drohte gar damit, eine Detektei zu beauftragen, die die Vermögens- und Arbeitsverhältnisse des Schuldners ausspioniert – wegen einer Hauptforderung von 15,87 Euro“, berichtete Christina Buchmüller, Schuldenexpertin im vzbv.

Für die Verbraucher ist aus den Schreiben der Inkasso-Büros meist oft nicht einmal nachvollziehbar, wer die Forderung gegen sie erhebt. Die Auskunft darüber, welche Art von Vertrag wann und wo angeblich abgeschlossen wurde, wird ihnen häufig auch nach mehrmaliger Nachfrage von den Inkasso-Unternehmen nicht mitgeteilt.

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