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02.04.2014 > Onlinemeldung

EU beschließt einheitliche Informationspflichten für Geldanlageprodukte

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Europäischer Rat und Parlament haben sich auf einen Kompromiss über einheitliche Informationspflichten für Anlageprodukte verständigt. Für Produkte mit Verpackungseigenschaft (Packaged Retail Investment Products - PRIP), wie beispielsweise Zertifikate oder Lebensversicherungen, muss künftig ein einheitliches Produktinformationsblatt erstellt werden.“ Die Initiative sorgt für mehr Transparenz und erleichtert die Produktauswahl. Allerdings bleiben wichtige Einzelregelungen hinter den Bedürfnissen der Verbraucher zurück“, sagt Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

So werden sowohl geförderte als auch klassische Rentenversicherungen zunächst vom Anwendungsbereich ausgenommen. In vier Jahren soll diese Entscheidung nochmals überprüft werden. „Diese Ungleichbehandlung ist ein Problem und erzeugt Wettbewerbsverzerrungen. Deshalb ist es erforderlich, dass künftig alle kapitalansparenden Produkte vom Anwendungsbereich der Verordnung umfasst sind“, so Mohn.

Vertriebskosten werden nicht angezeigt

An der geplanten Kosteninformation kritisiert der vzbv, dass die Vertriebskosten nicht generell separat ausgewiesen werden müssen. Der vzbv hatte sich dafür stark gemacht, dass alle für die Anlageentscheidung relevanten Kosten aufgeschlüsselt werden. Insbesondere die Vertriebskosten (Provisionen, Margen, sonstige Zuwendungen) und sonstigen Produktkosten sollten unterschieden werden. „Nur so können Verbraucher erkennen, welche finanziellen Interessen der Vertrieb am Verkauf eines Produktes hat“, sagt Mohn.

Warnhinweis ist nicht genug

Auch ein geplanter Warnhinweis wurde nochmals verwässert. Ab einer definierten Komplexitätsschwelle sollte ein Siegel auf eine mögliche Nicht-Eignung des Produkts hinweisen. . Nun sollen die Verbraucher lediglich auf allzu komplizierte Produkte aufmerksam gemacht werden. „Ein ohnehin weiches Schutzinstrument wurde so noch weiter abgeschwächt“ kritisiert Mohn. Der vzbv hatte bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass ein Warnhinweis dem Verbraucherschutz nicht genüge tue. Vielmehr müsse der aktive Vertrieb hochkomplexer Produkte eingeschränkt werden.

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