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29.12.2011 > Onlinemeldung

Erneuerbare Energien: Der Mix macht‘s

Kosteneffizienz muss auch bei einem schnelleren Ausbau im Vordergrund stehen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) kommt es auf den richtigen Mix an. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, eine Überförderung einzelner Technologien zu vermeiden und Kosteneffizienz zu wahren. Es gibt schon heute wirtschaftliche Technologien, auf die zurückgegriffen werden sollte.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss systematischer verfolgt werden. Dass ein vornehmlich quantitativer Ausbau nicht sinnvoll ist, hat die Überförderung der Solarenergie gezeigt. Außerdem muss die Festlegung der einzelnen Vergütungssätze nachvollziehbarer werden, denn letztendlich werden diese Investitionen von den Verbrauchern bezahlt.

Insgesamt muss die Kosteneffizienz der jeweiligen Technologien und das Kosten-Nutzen-Verhältnis gegenüber anderen Klimaschutzmaßnahmen stärker berücksichtigt werden. Die jüngste Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat die Schwächen der Struktur des Gesetzes noch einmal deutlich gemacht. Diese liegt weniger in einer immer wieder kritisierten Marktferne, sondern in den völlig intransparenten Aushandlungsprozessen der einzelnen Vergütungssätze. Die Zahler der EEG-Umlage sind systematisch bei diesen Verhandlungen unterrepräsentiert, wenn nicht völlig ausgeschlossen. Es bietet sich daher an, die Festlegung der Vergütungen wie bei den Netzentgelten auf eine Behörde zu verlagern, der für ihre Entscheidungen bestimmte Vorgaben gemacht werden können, wie etwa Ausbauziele, die zu erreichen, und Effizienzmaßstäbe, die einzuhalten sind.

Keine festen Vorgaben für den Strom-Mix

Langfristig fehlt ein systematischer Ansatz, den gewünschten Strom-Mix durch festgelegte Ausbauvorgaben zu erreichen. Dies könnte vor allem für flächenabhängige Technologien interessant sein. Dabei müssen die Planungen der einzelnen Bundesländer zum einen stärker berücksichtigt und koordiniert werden, zum anderen müssen sie verbindlich sein. Für andere Technologien (Biomasse oder Photovoltaik) müssen weitere Marktsignale eingeführt werden. Der eingeschlagene Weg hier über eine sogenannte optionale Marktprämie eine Integration der Erneuerbaren Energien in den Markt anzutreiben, wird kritisch beurteilt.

Es bleibt abzuwarten, ob die dadurch steigenden Kosten des Systems einem realen Nutzen entgegenstehen und sich die Einspeisung der Erneuerbaren Energien tatsächlich stärker an der Nachfrage, als am Wetter orientieren wird und kann. Aus Verbrauchersicht muss nun endlich über das generelle Marktdesign diskutiert werden, damit Erneuerbare Energien vermarktet werden können und Anreize zum Ausbau des Kraftwerksparks bestehen.

Mehr Kooperation bei Windanlagen auf dem Meer

In Zukunft muss außerdem die europäische Koordination und Kooperation, insbesondere bei Großprojekten im offshore Windenergiebereich, eine immer größere Bedeutung gewinnen, um Kostenvorteile besser nutzen zu können. Dadurch kann langfristig gewährleistet werden, dass unterschiedliche Technologien in den Regionen zum Einsatz kommen, wo sie den größten Effekt bei niedrigsten Kosten erzielen.