Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

05.10.2016 > Onlinemeldung

Elektromobilität für Verbraucher attraktiv machen

vzbv fordert verbraucherfreundlichen Ladesäulenausbau
Quelle: 
Dan Race - fotolia.com
  • Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland ist weder bedarfsgerecht noch diskriminierungsfrei.
  • Novelle der Ladesäulenverordnung muss Verbraucherbelange in den Vordergrund stellen.
  • Der vzbv fordert die Einrichtung einer zentralen Online-Plattform und verbraucherfreundlichere Gestaltung der Infrastruktur.

Trotz Kaufprämie für Elektrofahrzeuge kommt die Elektromobilität in Deutschland nur schleppend in Gang. Ein Grund ist die lückenhafte und häufig kundenunfreundliche Ladeinfrastruktur. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert die diese Woche tagende Verkehrsministerkonferenz auf, die Nutzung von Elektroautos durch eine bedarfsgerechte und diskriminierungsfreie Ladeinfrastruktur verbraucherfreundlicher zu gestalten.

„Die Informationen zu verfügbaren Ladesäulen und die Voraussetzungen zur Nutzung sind deutschlandweit zum Teil sehr unterschiedlich. Ein Flickenteppich an Lösungen behindert jedoch eine alltagstaugliche Nutzung von Elektroautos und steht so einem Ausbau der Elektromobilität entgegen“, sagt Marion Jungbluth, Teamleiterin Mobilität und Reisen im vzbv. „Es braucht klare politische Rahmenbedingungen, um allen Nutzern von E-Autos einen diskriminierungsfreien Zugang zur Ladeinfrastruktur zu gewähren. Mit der Novelle zur Ladesäulenverordnung müssen Verbraucherbelange noch stärker berücksichtigt werden“.

Informationen in Echtzeit

Verbraucher erwarten verlässliche und aktuelle Informationen zu Lage, Verfügbarkeit, technischen Details und Authentifizierungsbedingungen der einzelnen Ladepunkte. Eine vollständige Übersicht dieser Daten ist derzeit jedoch nicht verfügbar und birgt somit das Risiko für Verbraucher, vor nicht funktionierenden oder bereits besetzten Ladesäulen zu stranden. Der vzbv schlägt zur Lösung des Problems die Einrichtung einer zentralen Online-Plattform vor, auf der alle Betreiber Echtzeitinformationen zu ihren Ladesäulen verpflichtend einstellen.

Einfache Nutzbarkeit für alle Kunden

Die Art der Authentifizierung an Ladesäulen und des Bezahlvorganges diskriminieren derzeit häufig Vertragskunden anderer Anbieter oder Spontankunden ohne Vertragsverhältnis. Der vzbv fordert von der Verkehrsministerkonferenz verbindliche Vorgaben, die einheitliche Standards für die Authentifizierung der Kunden und die Bezahlung festlegen. Diese müssen realistisch von allen Verbrauchern erfüllt werden können. Limitierende Faktoren wie die Benutzung einer Smartphone-App eines bestimmten Unternehmens oder der Akzeptanz einer bestimmten Kreditkarte zur Zahlung an der Ladestation müssen verhindert werden. Dabei sind auch Aspekte des Datenschutzes und der Datenhoheit zu berücksichtigen. Denn die Authentifizierung für Ladevorgänge darf nicht zu einem gläsernen Verbraucher führen, dessen Bewegungsprofil und Identität den Ladesäulenbetreibern bekannt ist und dessen Daten für die Zwecke des Betreibers genutzt werden können. „Ziel muss es sein, dass jeder Fahrer eines Elektroautos ohne diskriminierende Zugangsbedingungen jederzeit sein Fahrzeug laden kann. Denn nur, wenn wir die spontane Nutzung, die wir bei Verbrennern kennen und schätzen, auch bei Elektrofahrzeugen erreichen, ist das Elektroauto zukunftsfähig“ so Marion Jungbluth.  

Hintergrund:

Die Novelle zur Ladesäulenverordnung (LSV 2) wird im Rahmen der Verkehrsministerkonferenz am 6. und 7. Oktober 2016 in Stuttgart besprochen.     

Weitere Informationen