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10.01.2012 > Onlinemeldung

Einsatz von Antibiotika reduzieren, Grenzwerte festlegen

Ankündigungen des BMELV zur Bekämpfung von multiresistenten Keime gehen nicht weit genug
Quelle: 
opolja - fotolia.com

In der Diskussion um multiresistente Keime auf Hühnerfleisch hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) reagiert und Änderungen im Arzneimittelgesetz angekündigt. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings reichen die Ankündigungen von Bundesverbraucherministerin Aigner zur Reduzierung der Antibiotikaresistenzen nicht aus. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert klare Grenzwerte, um unsichere Lebensmittel vom Markt nehmen zu können. "Wir brauchen klare, rechtlich überprüfbare Grenzwerte für multiresistente Keime auf Lebensmitteln. Daneben muss der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung drastisch reduziert werden", so vzbv-Vorstand Gerd Billen.

Das BMELV hat im Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes zusätzliche Maßnahmen angekündigt, um der Entwicklung von Resistenzen gegen Antibiotika vorzubeugen. Vor allem für Antibiotika, die auch in der Humanmedizin bedeutend sind, soll die Möglichkeit zur Umwidmung drastisch eingeschränkt werden. Human-Arzneimittel dürfen demnach künftig nur noch unter besonderen Voraussetzungen außerhalb der Zulassung in der Tiermedizin eingesetzt werden. Auch der Informationsaustausch zwischen den Behörden soll deutlich verbessert werden.

Bereits in seiner Stellungnahme zum Gesetzesentwurf hatte der vzbv darauf hingewiesen, dass es nicht bei einer Neuregelung der Datenerhebung und Transparenz bleiben darf, sondern dass darüber hinaus weitere dringende Maßnahmen zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung erforderlich seien. Deshalb ist die geplante Verschärfung der rechtlichen Bestimmungen ein Schritt in die richtige Richtung.

Allerdings bleiben Zweifel, ob die Maßnahmen zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes greifen, da eindeutige Zielvorgaben für die Umsetzung fehlen. Auch kritisiert der vzbv, dass es bislang keine Grenzwerte gibt, anhand derer mit multiresistenten Keimen belastete Lebensmittel vom Markt genommen werden können.

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