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16.05.2013 > Onlinemeldung

Einbetten von Videos als Herausforderung für das Urheberrecht

EuGH muss über Framing entscheiden
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Verletzt das Einbinden von fremden Online-Videos das Urheberrecht? Darüber muss nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Frage heute nach Luxemburg verwiesen. Für Millionen von Internetnutzern dürfte die Entscheidung weitreichende Folgen haben.

Das sogenannte Framing von Videos oder Fotos gehört zum Alltag von Millionen Internetnutzern. Fremde Inhalte werden so auf einer Internetseite eingebunden, dass sie dort direkt dargestellt werden können. Umstritten ist, ob das Einbinden von Videos Urheberrechte verletzt, weil es eine neue Nutzungsform darstellt oder lediglich wie eine einfache Verlinkung zu bewerten ist.

Bei der Entscheidung des BGH ging es um ein eingebundenes YouTube-Video. Zwei Firmen hatten ein YouTube-Video auf ihrer Webseite eingebunden. Das Besondere daran, das Video wurde ohne Zustimmung der Rechteinhaber auf YouTube gestellt. Der BGH hat in der Frage nun den Europäischen Gerichtshof eingeschaltet.

Die Entscheidung des EuGH wird weitreichende Folgen für Millionen Internetnutzer und das Urheberrecht im Internet haben. Das Verbreiten mittels Framing von Videos ist eine zentrale Funktion von Plattformen und Anwendungen des Web 2.0. Als eigenständige Form der Kommunikation und sozialen Interaktion und nicht zuletzt auch als Wahrnehmungsform der Meinungsfreiheit haben solche Nutzungen eine breite soziale Akzeptanz. Das Urheberrecht stößt in der digitalen Welt immer häufiger an die Grenzen der Lebenswirklichkeit und bedarf einer dringenden Reform. "Es bleibt zu hoffen, dass der EuGH auch bei dieser Entscheidung seine in der Vergangenheit eingenommen Rolle als Modernisierer des Urheberrechts in der digitalen Welt einnehmen wird", so Lina Ehrig Referentin für Telekommunikation, Post und Medien beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

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