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08.11.2011 > Onlinemeldung

Ein Ziel, viele Interessen

Belange von Mietern und Hausbesitzern bei energetischer Sanierung berücksichtigen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Hausbesitzer und Mieter, Parlamentarier und Handwerker, Investoren und Architekten: Sie alle sind beteiligt, wenn es um die energetische Sanierung von Häusern geht. Was sie eint, ist das Ziel den Energieverbrauch zu reduzieren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) setzt sich dafür ein, dass dabei die Lebenssituationen und Interessen der privaten Hauseigentümer und Mieter berücksichtigt werden.

So verschieden die Einkommensverhältnisse von Hausbesitzern oder Mietern sind, so unterschiedlich kann auch das Potenzial zur Energieeinsparung von Gebäuden ausfallen. Für jedes Gebäude sollte das größtmögliche Einsparpotenzial ausgeschöpft werden – ohne dabei die Kosten aus dem Blick zu verlieren. Die lange Lebensdauer von Gebäuden erfordert einen besonderen Weitblick bei der Sanierung. „Helfen können dabei individuelle Sanierungsfahrpläne und regelmäßige Inspektionen der Gebäude“, sagt Hyewon Seo, Bauexpertin beim vzbv.

Gebäudesanierung erfordert große Investitionen

Für Gebäudebesitzer und Investoren ist die Investitionssicherheit zentral. Dazu braucht es konsistente Förderprogramme, die sich nach den Bedürfnissen der Hauseigentümer richten. Die energetische Gebäudesanierung erfordert immense Investitionen. Die Kosten können nicht alleine die Mieter und Privateigentümer aufbringen. „Wir müssen dringend politische Lösungen finden, gerade die unteren Einkommensgruppen zu entlasten“, fordert Seo. Doch bei der Finanzierung hakt es gewaltig: Im Juli 2011 war das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung gescheitert, die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung einzuführen – der Bundesrat verweigerte die Zustimmung. Der vzbv fordert, dass auch die Länder ihren Beitrag dazu leisten.

Mehr Beratung für Hausbesitzer

Nicht nur den Hausbesitzern, sondern auch den Planern und ausführenden Handwerkern mangelt es an Kenntnissen und Kompetenzen. Das belegt eine Studie des Umweltbundesamts. Demnach besteht Bedarf an zusätzlicher Ausbildung und Qualifizierung einerseits, und mehr unabhängigen Beratungsangeboten für die Hausbesitzer andererseits. Nach der Sanierung ist es wichtig, dass die Eigentümer lernen, mit den neuen Anlagen richtig umzugehen. Dafür brauchen sie die notwendigen Informationen, damit die neue Technik möglichst lange eingesetzt werden kann.