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29.12.2011 > Onlinemeldung

Digitalisierung als Innovationsmotor

Medien und Digitalisierung – ein Techniksprung mit Folgen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Die Digitalisierung war entscheidende Triebkraft für die Medienentwicklung in den vergangenen Jahren. Die Vermischung bisher getrennt existierender Medien hat weitreichende Konsequenzen für Märkte, Unternehmen, Gesetzgebung und nicht zuletzt für die Nutzer.

In kaum einem anderen Bereich vollzieht sich heute Technikinnovation in einem so hohen Tempo wie in den Medien. Dieser schnelle Wandel zeigt sich deutlich in praktischen Anwendungen und neuen Geschäftsmodellen. Am Beispiel des Wachstums der Internetnutzung wird die besondere Rasanz der Entwicklung deutlich. So erhöhte sich das Verkehrsaufkommen im Internet nach Angaben der EU-Kommission seit 2009 pro Jahr um circa 60 Prozent.

Entsprechend wächst das Bedürfnis der Inhalteanbieter und Nutzer nach mehr Bandbreite in den verschiedenen Netzen. Die Digitalisierung in den Medien bietet sowohl Anbietern als auch Nutzern zweifellos eine Reihe bisher nicht gekannter Möglichkeiten. Dem gegenüber stehen zunehmend Risiken wie Intransparenz von Angeboten und Tarifen, Monopolbildung, nicht interoperable Systeme und Endgeräte sowie Missbrauch und Abhängigkeiten. 

Einschnitte in die Informationsfreiheit

Im Rahmen der gesetzlichen Terrorabwehr und des Kampfes gegen organisierte Kriminalität via Internet erfolgen immer weiter reichende Einschnitte in die Informationsfreiheit. Parallel werden Forderungen von Rechteinhabern nach der Nutzung gespeicherter personenbezogener Daten zur Verfolgung angeblicher Urheberrechtsverstöße lauter.

Auch gerät die bisherige Netzneutralität im Internet in Gefahr, da die Netzbetreiber im Rahmen neuer Geschäftsmodelle mit Hilfe des Netzmanagements Einfluss auf den Zugang zu bestimmten Angeboten beziehungsweise Inhalten nehmen wollen. Angesichts der Bemühungen um die Förderung des Technologiestandorts Deutschland im globalen Wettbewerb zeigen Bundesregierung, Gesetzgeber und Behörden die Tendenz, die neuen Märkte zunächst möglichst wenig zu regulieren. Mögliche nachteilige Folgen einer solchen Strategie sind aber zu einem späteren Zeitpunkt erfahrungsgemäß schwieriger zu beseitigen. Daher erscheint nicht nur aus Verbrauchersicht eine vorausschauende und der Problematik angemessene Gesetzgebung oder Regulierung die bessere Strategie. Das gilt im Übrigen auch für den Fall, dass wichtige öffentliche Dienst- und Serviceleistungen auf elektronischen Plattformen abgebildet und in digitaler Form angeboten werden, wie zum Beispielbei ELSTER und der de-Mail-Dienst.

Kooperation ohne Grenzen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den wichtigen Fragestellungen, die sich aus der aktuellen Entwicklung im Bereich der Medien im Allgemeinen und im Internet im Besonderen ergeben. Wegen der grenzüberschreitenden Wirkung des Internets wird dabei auch die Kooperation mit internationalen Verbraucherorganisationen genutzt, sowohl auf der europäischen Ebene, koordiniert vom Europäischen Verbraucherverband BEUC (siehe rechte Spalte), als auch im Rahmen des Transatlantischen Verbraucherdialogs TACD (siehe rechte Spalte).

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