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24.07.2018 > Onlinemeldung

Bundesregierung muss bei Nachhaltigkeitsstrategie nachbessern

Quelle: Chinnapong - Fotolia.com
Freiwillige Maßnahmen der Unternehmen und des Handels reichen nicht aus
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  • Verbraucherinteressen in der Agenda 2030 besser berücksichtigen
  • Deutschland benötigt einen Ordnungsrahmen, der Anreize für nachhaltiges Wirtschaften setzt.
  • vzbv fordert Indikatoren zur Messung von Lebensmittelverlusten und für Bildung für nachhaltige Entwicklung

Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) fordert in seiner Stellungnahme zur Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die nachhaltig konsumieren wollen. Dafür muss eine nachhaltige Produktion sichergestellt werden.

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll Agenda 2030 besser umsetzen

Die Vereinten Nationen in New York haben 2015 die Agenda 2030 beschlossen. Diese besteht aus 17 globalen Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals (SDGs), die von den Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden müssen. In Deutschland wird die Umsetzung innerhalb der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) vollzogen. Im Rahmen eines internationalen „Peer Review Verfahrens“ wurden für die DNS jetzt Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung vorgelegt.

Nachhaltige Produktion und nachhaltigen Konsum sicherstellen (SDG12)

Verbraucher dürfen nicht mit ihrem Wunsch nach nachhaltigen Konsum in Deutschland allein gelassen werden, sondern benötigen Unterstützung, um nachhaltige und konventionelle Produkte leichter unterscheiden zu können. Dafür bedarf es weniger, einfacher und vertrauenswürdiger Siegel. Freiwillige Maßnahmen der Unternehmen und des Handels reichen aber nicht aus. Deutschland benötigt einen Ordnungsrahmen, der Anreize aber auch klare Regeln für nachhaltiges Wirtschaften setzt. Die Realität sieht aber anders aus: Die Bundesregierung hat im Februar 2016 das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK) verabschiedet. Dieses ist bis heute ein zahnloser Tiger, da finanzielle Mittel zur Umsetzung fehlen. Der vzbv sieht hier dringenden Nachholbedarf.

Indikatoren zu Lebensmitteln und Bildung sollen Fortschritt bei Nachhaltigkeit messen

Der vzbv begrüßt die Einführung eines eigenen Indikators zur Messung von Lebensmittelabfällen- und Verlusten SDG 12 (3). Dieser Indikator muss auf den verschiedenen Ebenen der Lebensmittelwertschöpfungskette ansetzen, damit Lebensmittelverschwendung besser entgegengewirkt werden kann.

Ab 2020 muss ein Indikator für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE, SDG 4) in der Nachhaltigkeitsstrategie integriert sein und Aussagen zum Stand der BNE in Deutschland über alle Bildungsbereiche hinweg liefern. Denn Bildung ist die Basis dafür, dass nachhaltige Entwicklung als Querschnitt durch alle Lebensbereiche und Lebensphasen erkannt und umgesetzt wird.

 

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