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23.12.2015 > Onlinemeldung

Bundeskartellamt untersagt Bestpreisklauseln bei booking.com

vzbv fordert Transparenz und gleiche Wettbewerbsbedingungen
Quelle: 
Rawpixel.com - fotolia.com
  • Hotels in Deutschland dürfen Zimmer auf der eigenen Webseite günstiger anbieten als auf der Online-Plattform.
  • vzbv spricht sich für gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Buchungsportalen aus.
  • Plattformen sollen Provisionen transparent machen.

Das Bundeskartellamt hat die Bestpreisklauseln beim Buchungsportal booking.com als wettbewerbswidrig untersagt. Hotels in Deutschland dürfen in Zukunft ihre Zimmer auf der eigenen Webseite günstiger anbieten als auf der Online-Plattform. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt dieses Vorgehen und fordert auch Expedia - die letzte große Plattform mit Bestpreisklauseln - dazu auf, diese sofort freiwillig zu streichen.

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Booking, Expedia und ähnliche Plattformen sollten keine Mindestpreise diktieren dürfen. Wir fordern gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Buchungsportalen. Deshalb sollte Expedia jetzt seine Bestpreisklauseln freiwillig streichen. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher Zimmer zu günstigen und fairen Preisen buchen können, sollten Hotels über ihre Konditionen frei bestimmen können“, sagt Miika Blinn, Referent im Team Digitales und Medien beim vzbv.

Bestpreisklauseln kommen Verbrauchern teuer zu stehen

Bestpreisklauseln von Hotelportalen kommen Verbrauchern oft teuer zu stehen. Hotelplattformen wie booking.com erhalten für jeden vermittelten Gast von ihren Partner-Hotels eine Provision, die der Gast im Zimmerpreis mitbezahlt. Durch die Bestpreisklauseln wird ein Wettbewerb zwischen den Plattformen um niedrige Provisionen verhindert. Ebenso können Hotels Zimmer auf der eigenen Webseite nicht günstiger anbieten als auf den Hotelplattformen.

Der vzbv fordert, dass auf Hotelplattformen - zusätzlich zum Endpreis - ausgewiesen wird, wie hoch die Provision ist. Dies macht die Preise und das Geschäftsmodell der Plattformen für Verbraucher transparent und fördert den Wettbewerb in der Branche.

Schlussendlich profitieren davon die Verbraucher. „Fallen die Mindestpreise, kurbelt dies den Wettbewerb um niedrige Provisionen für Plattformen an“, so Blinn.

Das Bundeskartellamt befand 2013 die Bestpreisklauseln von HRS für kartellrechtswidrig und hat dies nun im Fall von booking.com bestätigt. Booking.com muss die Klauseln bis zum 31. Januar 2016 aus den Verträgen für Hotels in Deutschland streichen. Zurzeit untersucht das Bundeskartellamt noch die Bestpreisklauseln von Expedia.

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