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12.08.2015 > Onlinemeldung

Billigflüge ohne Zusatzkosten

Landgericht Leipzig stärkt Verbraucherrechte bei Flugbuchungen im Internet
Quelle: 
Edler von Rabenstein; fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat erfolgreich gegen unzutreffende Warnhinweise sowie zu hohe Kreditkartengebühren bei Flugbuchungen über die RKM Billigflüge.de GmbH geklagt. Außerdem muss das Unternehmen eine gängige und zumutbare  kostenfreie Zahlungsmöglichkeit anbieten.

Die RKM Billigflüge.de GmbH betreibt das Online-Buchungssystem billigfluege.de. Bei Buchung eines Flugs erhöhte sich der Flugpreis im Laufe des Buchungsvorgangs gegebenenfalls durch Versicherungen und zusätzliche Zahlkosten.

Keine etablierte Zahlungsmöglichkeit

Kostenfreie Zahlungen waren nur per Visa Electron oder billigfluege.de-MasterCard Gold möglich. Für alle anderen angebotenen Zahlungsmethoden entstanden Zusatzkosten. Das Landgericht Leipzig urteilte, dass die angebotenen kostenfreien Zahlungsmöglichkeiten keine gängigen und zumutbaren Zahlungsmethoden darstellen. Das Unternehmen muss danach eine derartige kostenfreie Zahlungsmöglichkeit anbieten.

Zu hohe Kreditkartengebühren

Nach Auffassung der Richter waren auch die Kreditkartenkosten in Höhe von 9,90 Euro zu hoch. Nur die tatsächlichen Kosten dürfen an den Verbraucher weitergegeben werden. Das Unternehmen konnte nicht darlegen, dass 9,90 Euro die die tatsächlichen Kosten des Zahlungsmittels sind.

Irreführende Warnhinweise

Sofern die Kunden sich gegen einen Umbuchungsservice entschieden hatten, erschien ein Hinweis, dass die Stornierung der Buchung mit erheblichen Kosten verbunden sein kann, teils bis zu 100 Prozent des Flugpreises“. Ein Warnhinweis auf mögliche Kosten erfolgte auch bei Ablehnung der angebotenen Reiseversicherung.

Nach Auffassung des Gerichts beinhalteten die Warnhinweise eine eindeutige Irreführung. Tatsächlich sind die Hinweise nicht zutreffend. Bei Stornierung haben die Kunden einen Anspruch auf Rückzahlung nicht angefallener Kosten; zum Beispiel der Steuern. Bei Krankentransporten sind die Betroffenen auch durch ihre Krankenversicherung abgesichert.

Urteil des LG Leipzig vom 14.07.2015 Az.: 05 O 3326/14, nicht rechtskräftig

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