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20.05.2014 > Onlinemeldung

Alterskennzeichnung für Online-Angebot neu ausrichten

Stellungnahme für die Online-Konsultation zur Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die Initiative der Länder, einen offenen und transparenten Dialog im Rahmen einer Online-Konsultation zum Thema Jugendmedienschutz zu führen. In seiner Stellungnahme zum Diskussionspapier macht der vzbv deutlich: Jugendschutzprogramme müssen wirksamer werden und die Alterskennzeichnung für Online-Angebote muss neu ausgerichtet werden

 

Veränderte Gestaltungs- und Nutzungsformen in der digitalen Gesellschaft erfordern eine Schließung bestehender Lücken im Kinder- und Jugendmedienschutz und eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Abfrage persönlicher Daten von Kindern und Jugendlichen bei der Nutzung von Online-Angeboten und Apps bewertet der vzbv besonders kritisch. „Kinder werden etwa bei der Nutzung von Spiele-Apps auf dem Smartphone dazu verleitet, ihre Daten preiszugeben oder integrierte Social-Media-Tools zu nutzen“, sagt Carola Elbrecht, Leiterin des Projekts Verbraucherrechte in der digitalen Welt. „Die Alterskennzeichnung der Angebote sollte daher auch Fragen zum Datenschutz und den Schutz vor Kostenfallen umfassen.“

Europaweites PEGI-System

Das europaweit genutzte und von der Europäischen Kommission nachdrücklich unterstützte Informationssystem für Spiele " Pan European Game Information" (PEGI) berücksichtigt für die Alterseinstufung bereits Aspekte wie Sprache, Diskriminierung oder Glücksspielelemente. Für Angebote, die sich an deutsche Verbraucher richten, wären Bewertungskriterien wie Datenschutz und Datensicherheit inklusive datenschutzfreundlicher Voreinstellungen, Werbung, Chats, Bezahlangebote oder Hilfe- und Kontaktmöglichkeiten zum Anbieter denkbar. Welche Gefahren für Verbraucher bei der Nutzung von Apps lauern, hat das vzbv-Projekt "Verbraucherrechte in der digitalen Welt" in Untersuchungen verschiedener Apps aufgedeckt. 

Jugendschutzprogrammen fehlen Wirksamkeit und Akzeptanz

Der vzbv unterstützt grundsätzlich die Idee, Kinder und Jugendliche durch Jugendschutzprogramme vor gefährdenden Inhalten zu schützen. Diese ermöglichen, die Sichtbarkeit von Inhalten individuell zu steuern, um Kindern ein altersgemäßes Nutzen von digitalen Inhalten zu ermöglichen. Die bestehenden anerkannten Jugendschutzprogramme stehen immer wieder in der Kritik, nicht zuverlässig genug zu sein, weshalb die Akzeptanz solcher Programme offensichtlich bei den Eltern bisher noch sehr gering ist. Neue Anstrengungen für den Jugendmedienschutz müssen daher die Wirksamkeit der Programme in den Blick nehmen und Maßnahmen für mehr Akzeptanz bei den Eltern umsetzen.

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