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29.12.2011 > Onlinemeldung

Ältere Menschen als Verbraucher – Potentiale, Risiken und Hürden

Untersuchung der 5. und 6. Altenberichte in der Bundesrepublik Deutschland
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Im Rahmen eines Projektes wird der Verbraucherzentrale Bundesverband die beiden letzten „Altenberichte“, die in den Jahren 2005 und 2010 veröffentlicht wurden, aus Verbrauchersicht analysieren.

Die Bundesregierung berichtet dem Deutschen Bundestag in der Regel einmal pro Legislaturperiode über die Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland. Diese sogenannten „Altenberichte“ werden jeweils von einer eigens für diesen Zweck einberufenen Sachverständigenkommission erarbeitet. Sie enthalten neben einer aktuellen Bestandsaufnahme jeweils bestimmte wechselnde Themenschwerpunkte sowie Empfehlungen an die Politik.

Der ältere Mensch erhält als Verbraucher eine zunehmende ökonomische und verbraucherpolitische Bedeutung. Die Wirtschaft hat die Generation 50plus als Konsumenten entdeckt. Der Bevölkerungswandel und die gestiegene Kaufkraft der Altersgruppe haben dazu geführt, dass Produzenten, Dienstleister und die Werbung ihre Angebote intensiver auch nach dieser Zielgruppe ausrichten.

Stellung der älteren Menschen in unserer Gesellschaft im Wandel

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Anteil älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland in den kommenden Jahren stetig zunehmen. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass sich die Stellung der Älteren in unserer Gesellschaft erheblich verändert und an Vielfalt gewinnt. Einerseits ist weiterhin mit einer großen Zahl älterer Menschen zu rechnen, die in vielen Bereichen ihres Alltags auf die Unterstützung Anderer angewiesen sind, andererseits sind aber auch viele ältere Menschen in der Lage, bis ins hohe Alter eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu spielen und wertvolle Leistungen für die Gemeinschaft zu erbringen. Sowohl der medizinische Fortschritt als auch die technischen Errungenschaften ermöglichen heute eine länger dauernde Teilnahme des Einzelnen am gesellschaftlichen Leben.

Fragestellungen des vzbv-Projekt

Im Rahmen des vzbv-Projektes, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird, sollen die beiden letzten „Altenberichte“, die in den Jahren 2005 und 2010 veröffentlicht wurden, aus Verbrauchersicht analysiert werden. Dabei geht es um diese Fragestellungen:

  • Welche besonderen Aspekte hat die Sachverständigenkommission über Ältere in ihrer Rolle als Verbraucher herausgearbeitet?
  • Wo liegen die besonderen Chancen in der Konsumwelt für ältere Verbraucherinnen und Verbraucher, wo die Risiken?
  • Welche Defizite und Hindernisse sind erkennbar, die den Verbraucheralltag der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger erschweren?
  • Welche Maßnahmen sind erforderlich, um die Teilnahme der älteren Verbraucherinnen und Verbraucher am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern und zu fördern?
  • Wie gehen ältere Verbraucherinnen und Verbraucher mit modernen Kommunikationsmitteln (Internet, Mobiltelefon) um und wie können Akzeptanz und Nutzung gefördert werden?

Die Analyse der vorliegenden „Altenberichte“ wird ergänzt durch eigene Recherchen und Befragungen von Akteuren, die in Kontakt mit älteren Verbraucherinnen und Verbrauchern sind. Dazu gehören die Verbraucherzentralen und weitere Mitgliedsverbände des vzbv sowie ausgewählte Wirtschaftsunternehmen als Anbieter von Gütern und Dienstleistungen für ältere Verbraucherinnen und Verbraucher.

Es ist geplant, die Projektergebnisse im Frühsommer 2012 zunächst mit Experten zu diskutieren und anschließend zu veröffentlichen.

Das Projekt wird eine Standortbestimmung zu Fragen des Konsums älterer Menschen in Deutschland liefern. Aus den Ergebnissen werden sich verbraucherpolitische Forderungen des vzbv an Politik und Wirtschaft ableiten lassen. Sie sollen dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für ältere Verbraucher in den ökonomischen Beziehungen unserer Gesellschaft entscheidend zu verbessern und die stetig wachsende Bedeutung des Konsums älterer Menschen stärker in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken.