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11.01.2011 > Dokument

Verbraucherschutz in die Entwicklungspolitik integrieren

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zum Grünbuch EU-Entwicklungspolitik

Mit dem Grünbuch zur EU-Entwicklungspolitik hat die Europäische Kommission die Diskussion eröffnet, wie sie EU Entwicklungsländer am besten unterstützen kann, die Milleniumsentwicklungsziele zu verwirklichen, und Armut zu bekämpfen. Im Gegensatz zur deutschen Entwicklungspolitik wird darin die Rolle des Verbraucherschutzes völlig außer Acht gelassen.

Dabei kann die Verbesserung des Verbraucherschutzes in Entwicklungs- und Schwellenländern einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele leisten. Als Querschnittsaufgabe spielt Verbraucherschutz eine wichtige Rolle bei der Armutsbekämpfung, bei der Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und eines fairen Welthandels sowie bei den Bemühungen um einen verbesserten Klima-, Ressourcen- und Umweltschutz. Der Verbraucherschutz sollte deshalb systematisch in Programme der europäischen Entwicklungszusammenarbeit eingebunden werden.

Verbraucherschutz ist für die Ärmsten der Armen überlebenswichtig
Der bezahlbare Zugang zu sauberem Trinkwasser und Grundnahrungsmitteln sowie der Schutz vor minderwertigen und gesundheitsschädlichen Lebensmitteln und anderen Produkten sind Verbraucherschutzanliegen, die gerade für die Ärmsten der Armen überlebenswichtig sind.

Ohne die Verbraucher kann die Umsetzung von Klimaschutzzielen gerade in bevölkerungsreichen Ländern wie China und Indien nicht funktionieren. Die Aufklärung der Verbraucher über die Umweltauswirkungen ihrer Konsumentscheidungen sollte zum Grundbestandteil von Umweltprogrammen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit werden.

Verbraucher können mit ihrer Kaufentscheidung zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen
Verbraucherinformation, Verbraucherberatung und Verbraucherbildung können auf der Nachfrageseite beträchtliche Wirkungen erzielen und die Nachfrage nach qualitativ besseren, sichereren und umweltverträglicheren Produkten und Dienstleistungen erhöhen. Damit können die Verbraucher zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, indem sie bevorzugt Produkte nachfragen, die nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster begünstigen.

Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen wird gestärkt
Schließlich fördert die Schärfung des Qualitätsbewusstseins der aufstrebenden Mittelschicht in Schwellen- und Ankerländern durch Verbraucheraufklärung und -beratung die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen europäischer Unternehmen. Auch die Politikberatung bei der Einführung von Rechts- und Verbraucherschutzstandards kann europäischen Unternehmen den Markteintritt in diesen Ländern erleichtern, weil sie entsprechende Standards schon erfüllen, ohne dafür zusätzliche Kosten aufwenden zu müssen.

Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zum Grünbuch EU-Entwicklungspolitik zur Förderung eines breitenwirksamen Wachstums und einer nachhaltigen Entwicklung KOM (2010) 629

Die komplette Stellungnahme (5 Seiten, 74 KB) bieten wir zum Download an.

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