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01.11.2016 > Dokument

Stromversorgung der Zukunft

vzbv sieht steigende Bedeutung von Energieeffizienz und Strom für das künftige Energiesystem
Quelle: 
Smileus - fotolia.com
  • vzbv nimmt Stellung zu Diskussionspapieren „Grünbuch Energieeffizienz“ und „Strom 2030“.
  • Mehr Energieeffizienz muss auch zu einer substantiellen finanziellen Entlastung der Verbraucher führen.
  • vzbv fordert eine Überprüfung der Steuer- und Abgabenbelastung.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat zwei Diskussionspapiere zum energiepolitischen Fahrplan der Bundesregierung vorgelegt. Während sich das Grünbuch Energieeffizienz damit befasst, den Energiebedarf zu reduzieren, beschäftigt sich das Impulspapier „Strom 2030“ mit den Rahmenbedingungen für den Energiemarkt der Zukunft. Der vzbv begrüßt beide Diskussionspapiere und hat dazu zwei Stellungnahmen abgegeben.

„Das Grünbuch Energie schlägt den richtigen Weg ein, indem es den Schwerpunkt auf Energieeffizienz setzt. Wird die Energieeffizienz erhöht, muss das insgesamt auch zu niedrigeren Kosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher führen. Zum Beispiel müssen die eingesparten Stromkosten die möglichen Mehrkosten für energieeffizientere Geräte übersteigen, sonst rechnet es sich nicht“, sagt Thomas Engelke, Leiter Team Energie und Bauen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Der vzbv begrüßt die Vorlage des Grünbuchs, fordert jedoch konkretere Vorschläge zur Umsetzung. „Das unabhängige Informations- und Beratungsangebot muss ausgebaut werden. Und es braucht mehr finanzielle Anreize, zum Beispiel bei der energetischen Gebäudesanierung.“

Strom als Zukunftsenergie stärken  

Mit dem Impulspapier Strom 2030 beschreibt das Ministerium den langfristigen Politikansatz für eine sichere, kostengünstige und klimafreundliche Energieversorgung. Unter anderem geht es darum, wie der Stromsektor für die Herausforderungen der Sektorkopplung fit gemacht werden kann. Ernbeuerbare Energie soll künftig auch in den Bereichen Verkehr und Wärme eine Dekarbonisierung ermöglichen.

Aus Sicht des vzbv muss beim weiteren Ausbau des Stromsektors darauf geachtet werden, dass einerseits durch zentrale Netze die Versorgungssicherheit sichergestellt ist. Andererseits müssen dezentrale Strukturen eine aktive Beteiligung der Verbraucher ermöglichen, zum Beispiel durch Solaranlagen oder Bürgerwindparks.

Energiepreise nachhaltig sozial gerecht gestalten

Dafür fordert der vzbv, dass zeitvariable Stromtarife auch für Haushaltskunden angeboten werden. So könnten Verbraucher besonders stromintensive Geräte wie Trockner insbesondere in Zeiten benutzen, in denen Strom günstig ist.

Auch muss das bestehende System von Steuern und Abgaben im Energiebereich auf den Prüfstand. „Die Energiewende kann nicht funktionieren, solange nachhaltige Energieträger preislich schlechter gestellt sind als zum Beispiel Öl oder Gas. Wegen Abgaben wie der EEG-Umlage oder der Stromsteuer zahlen Verbraucher zum Beispiel wesentlich mehr beim Heizen mit Strom als beim Heizen mit Gas, obwohl Strom aus erneuerbaren Energien klimafreundlicher ist. Wichtig ist außerdem, dass einkommensschwache Haushalte bei einer Anpassung der Steuern und Abgaben nicht durch neue Kosten belastet werden.“

Der vzbv fordert die Bundesregierung auf, Änderungen der Steuer- und Abgabensystematik auf Umverteilungseffekte zu prüfen.

Grundpreisanteil für Energie muss niedrig bleiben

Kritisch bewertet der vzbv auch Überlegungen, die Kosten für die Stromnetze zukünftig verstärkt in Form von Grundpreisen, anstelle der üblichen Arbeitspreise, auf die Verbraucher umzulegen. „Eine solche Umstellung führt die Energieeffizienzziele der Bundesregierung ad absurdum. Wenn die Netzkosten vor allem über den fixen Grundpreis und immer weniger über den verbrauchsabhängigen Arbeitspreis bezahlt werden, lohnt sich das Stromsparen finanziell immer weniger. Außerdem werden Haushalte mit geringem Stromverbrauch dann überproportional zur Kasse gebeten, während Gewerbe- und Industriebetriebe entlastet werden. Hier muss nachjustiert werden", so Engelke.

Die Stellungnahmen des vzbv zu den Diskussionpapieren des Wirtschaftsministeriums "Grünbuch Energieeffizienz" und "Strom 2030" finden Sie unten zum Download.

Downloads

Stellungnahme des vzbv zum Grünbuch Energieeffizienz | 28. Oktober 2016
Stellungnahme des vzbv zum Diskussionspapier Strom 2030 | 28. Oktober 2016