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22.08.2007 > Dokument

Stellungnahme zur Sektorstrategie zur Agrobiodiversität

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Überblick

Mit dem 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung beschlossenen Übereinkommen über die biologische Vielfalt hatte sich auch Deutschland verpflichtet, eine nationale Strategie zur Erhaltung und zur nach haltigen Nutzung der biologischen Vielfalt zu entwickeln; die Bundesregierung bereitet derzeit eine solche Strategie vor.

Der jetzt vom BMELV vorgelegte Entwurf einer Sektorstrategie zur Agrobiodiversität stellt eine Ergänzung zur nationalen Strategie der biologischen Vielfalt dar und soll zu deren Umsetzung beitragen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Vielfalt der für die Ernährung, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft genutzten oder nutzbaren Lebewesen.

Position des vzbv

Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt, dass das Bundesverbraucherministerium eine Sektorstrategie zur Agrobiodiversität vorgelegt hat, mit der die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt ergänzt und deren Umsetzung unterstützt werden soll.

In der Vergangenheit hat sich das Spektrum genutzter Kulturpflanzen und Tierrassen stark verkleinert. Damit wurde die Vielfältigkeit der Lebensmittelrohstoffe für die Verbraucher eingeengt. Gleichzeitig wurde dadurch die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln vermindert. Denn eine hohe Biodiversität mindert die Gefahren, die durch klimatische Unsicherheit sowie durch Schädlings- oder Krankheitsbefall entstehen.

Auch bedeutet das Aussterben von Pflanzen, Tieren und damit verbunden das Aussterben von Erfahrungswissen über ihre Nutzung, einen kulturellen Verlust für heutige und künftige Generationen.

Auf Seite 10 heißt es: "Die Ursachen für den Rückgang der Agrobiodiversität liegen - neben dem Ernährungs- und Nachfrageverhalten der Verbraucher - in schädlichen Umweltveränderungen und in Änderungen der Nutzungssysteme."

Danach werden die Ursachen für den Rückgang der Agrobiodiversität sehr verkürzt an den Verbraucher adressiert. Aus unserer Sicht setzt die Strategie zu wenig bei der Frage an, wie ein bestimmtes Angebots- und Produktionsverhalten erreicht werden kann, damit dadurch für den Verbraucher Optionen für das gewünschte Nachfrage- und Konsumverhalten geschaffen werden können.

Zu wenig adressiert wird an die Instrumente der vergangenen Landwirtschafts- und Entwicklungshilfepolitik, die eine fehlerhafte Entwicklung unterstützt oder zumindest nicht verhindert hat. Wir schlagen daher vor, die bisherige Landwirtschafts- und Entwicklungshilfepolitik und ihre Wirkung auf die Agrobiodiversität zukünftig stärker auf den Prüfstand zu stellen.

Lesen Sie die ganze Stellungnahme mit den spezifischen Anmerkungen - als pdf-Datei im Download.

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