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26.11.2012 > Dokument

Riester-Rente: Verbesserungen müssen spürbarer sein

vzbv fordert grundlegende Anpassungen in der geförderten Altersvorsorge
Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Am 26. November 2012 findet im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages eine Anhörung zum Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz statt. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf (AltvVerbG) werden punktuelle Verbesserungen in der staatlich geförderten Altersvorsorge herbeigeführt und im Hinblick auf die Transparenz neue Maßstäbe gesetzt.

Es fehlt jedoch an tiefgreifende Veränderungen zugunsten des Verbrauchers, die sich unmittelbar auch finanziell in Form von effizienteren und damit leistungsstärkeren Produkten auswirken“ ,sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). So sei zu befürchten, dass die Kritik insbesondere an der Riester-Rente nicht abschwellen wird.

Folgende Maßnahmen hätten hingegen unmittelbar positive Effekte für den Verbraucher und für den Aufbau der Altersvorsorge:

  • Die Abschluss- und Vertriebskosten werden gleichmäßig über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt.
  • In der Basisrente wird - wie schon bei der Riester-Rente - ein Wechselrecht zu einem neuen Anbieter eingeführt.
  • Beim betrieblichen Riestern muss der Verbraucher nicht zwei Mal (sowohl bei der Einzahlung als auch bei der Auszahlung) Sozialversicherungsbeiträge zahlen.
  • Mit dem Vorsorgekonto wird ein kostengünstiges, einfaches und transparentes Marktangebot eingeführt, dass das auf gesetzlicher Grundlage etablierte umlagefinanzierte System der Altersvorsorge um ein kapitalgedecktes System ergänzt.

Rentenpaket des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Leider greift der Entwurf noch nicht einmal die zentralen Punkte zum „verbraucherfreundliches Riestern“ aus dem Rentenpaket des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf. Danach sollten Riester-Kunden mit 90 Prozent und damit mehr an den Risikoüberschüssen bei Versicherern beteiligt werden und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sollte die Riester-Produkte besser kontrollieren.

Vereinfachte standardisierte Information vor Vertragsschluss

Der vzbv begrüßt hingegen den Ansatz einer vereinfachten, standardisierten Information vor Vertragsschluss und die Informationspflicht über die Kosten in der Auszahlungsphase, die der Verbraucher zeitnah vor Beginn der Auszahlungsphase erhält. „Jedoch sollte zusätzlich die Gesamtkosten in Euro und Cent erfolgen, damit die Angaben auch für Laien transparent und verständlich sind“, fordert Billen.

Der vzbv begrüßt weiterhin die Decklung der Wechselkosten beim alten Anbieter. Damit die Wechselmöglichkeit aber tatsächlich greift, sind konsequenterweise auch die Wechselkosten beim neuen Vertragspartner auf maximal 150 Euro zu begrenzen. „Wer mehr Wettbewerb will, muss ein Wechselrecht ohne neue Abschlusskosten beim neuen Anbieter regeln“, meint Gerd Billen.

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