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13.11.2008 > Dokument

Qualität ist was Verbraucher wünschen - zum Grünbuch für Agrarerzeugnisse

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Die EU-Kommission hat ein Grünbuch mit offenen Fragen zu verschiedenen Aspekten der Qualitätssicherung veröffentlicht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband kommentiert die 18 Fragen im Grünbuch der EU-Kommission zur Qualität von Agrarerzeugnissen (Produktnormen, Bewirtschaftungsauflagen und Qualitätsregelungen).

Link zur EU-Website - Meinungen zum Grünbuch

Hintergrund zum Grünbuch

Die europäischen Landwirte müssen sich mehreren Herausforderungen stellen: Der Deckung der Nachfrage, indem die richtigen Erzeugnisses in angemessener Menge und Qualität zu attraktiven Preisen angeboten werden; und dem internationalen Wettbewerb. Nach Auffassung der Kommission ist Qualität eine der Stärken der EU, die ihr Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt verschafft und den Ansprüchen der Verbraucher gerecht wird. Auf Qualität zu setzen, ist daher eine einmalige Chance für Landwirte.

Die Kommission möchte wissen, ob sie über die richtigen Instrumente verfügt, um die Qualitätssicherung zu erleichtern und den Landwirten dabei zu helfen, ihre hochwertigen Erzeugnisse angemessen zu vermarkten. Aus diesem Grund hat die Kommission ein Grünbuch mit offenen Fragen zu verschiedenen Aspekten der Qualitätssicherung veröffentlicht.

Vom 15. Oktober bis 31. Dezember 2008 können Organisationen und Privatpersonen an der Konsultation zur Qualitätspolitik für Agrarerzeugnisse teilnehmen.

Forderungen des vzbv

  • Besser abgestimmte Regelungen zur Kennzeichnung und Kommunikation über Qualität für Verbraucherinnen und Verbraucher

  • Keine Abschwächung der Qualität von Agrarerzeugnissen

  • Wegfall der Regelung zur geschützten geographischen Angabe (g.g.A.), da sie irreführend ist. Verbraucher gehen davon aus, dass die Rohstoffe aus dem genannten Gebiet stammen.

  • Die Kriterien, die in den Vermarktungsnormen zu Grund gelegt werden, sollten zukünftig vor dem Hintergrund der Verbraucherwünsche an die Qualität von Agrarerzeugnissen überarbeitet werden.
    Verbindliche Standards sind wichtig, aber sie sollten auf Zielkonflikte geprüft und überarbeitet werden.

  • Die Anwendung und Kontrolle von Vermarktungsnormen dürfen nicht der Selbstregulierung durch die Wirtschaft überlassen werden.

  • EU-Bewirtschaftungsauflagen sollten stärker darauf hin überprüft werden, ob sie zur Erreichung der gewünschten Qualitäten hinsichtlich Produkt- und Prozessqualität dienen. Die Aspekte der EU-Bewirtschaftungsauflagen nehmen im Grünbuch zu wenig Raum ein.

  • Es fehlen Konzepte zur Verbesserung der Verbraucheraufklärung und zur Förderung des nachhaltigen Konsums.

Produktnormen, Bewirtschaftsauflagen und Qualitätsregelungen sind aus der Perspektive der Verbraucher vielfach Produkt- und Prozesseigenschaften, die weder vor noch nach dem Kauf bewahrheitet werden können. Sie bergen die Gefahr der normativen Irreführung. Grundsätzlich ist daher ein staatlicher Eingriff auf Ebene des Binnenmarktes geboten.
Zudem sind die Verbraucher durch Informationsmaßnahmen über die Inhalte, Bedeutungen und Bedeutungsgrenzen zu informieren. Diese Informationsmaßnahmen sind prinzipiell so zu gestalten, dass sie die Konsumentscheidungen der Verbraucher unterstützen.

Im Download finden Sie:
  • Die gesamte Stellungnahme zum Grünbuch zur Qualität von Agrarerzeugnissen: "Qualität ist was Verbraucher wünschen"

  • Das Grünbuch der EU-Kommission zur Qualität von Agrarerzeugnissen (Produktnormen, Bewirtschaftungsauflagen und Qualitätsregelungen)

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