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28.07.2009 > Dokument

Online-Angebote der ARD und des ZDF - Stellungnahmen zu den Telemedienkonzepten

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Stellungnahmen des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zu Telemedienkonzepten der ARD und des ZDF im Rahmen der öffentlichen Konsultation

Die Stellungnahmen finden Sie im Download als pdf-Dokument zum herunterladen

In einzelnen Benutzer- beziehungsweise Altersgruppen hat das klassische Fernsehen mittlerweile seine Funktion als Leitmedium eingebüßt. Dort sind vielmehr Internet und Videoplattformen in. Hinzu kommt die intensive Kommunikation über Soziale Netzwerke und das verstärkte Angebot von sogenanntem "user generated content". Dieser Entwicklung müssen auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Rechnung tragen. In den Bereichen Information, Wissenschaft und Dokumentation haben sie in den vergangenen Jahren ein reichhaltiges, teils programmbegleitendes Angebot im Internet geschaffen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband nimmt im Rahmen der öffentlichen Konsultation Stellung zu gemeinsamen Telemedienkonzepten der ARD und des ZDF.

Bewertet werden die Telemedienkonzepte nach folgenden Kriterien:
  • einer leichten Auffindbarkeit und Strukturierung der Inhalte des betreffenden Angebots;
  • einem konkreten Mehrwert für die Verbraucher durch ein Angebot, das in dieser Form noch nicht am Markt vorhanden ist oder das qualitativ deutlich besser ist als vergleichbare Angebote Dritter;
  • der Bereitstellung einer Orientierungshilfe in einer zunehmend komplexer werdenden Onlinewelt;
  • einer unabhängige und leicht verständliche Informationsvermittlung jenseits wirtschaftlicher und politischer Einflussnahme mit positiven Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit;
  • einer zeit- und ortssouveräne Abrufbarkeit;
  • einer generelle Verfügbarkeit von Sendungen und Inhalten ohne zeitliche Beschränkungen zumindest bei Telemedienangeboten mit Informations-, Dokumentations- und Bildungscharakter;
  • einem Ressourcen optimierenden Umgang mit den Rundfunkgebühren (bereits produzierte Inhalte sollten auch online abrufbar sein).

Ein wichtiger Aspekt ist die zeitliche Verfügbarkeit (Verweildauer) der einzelnen Angebote im Netz. Vor dem Inkrafttreten des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrages ein erheblicher Teil des Online-Angebots aus dem Netz entfernt worden. Interessierten Bürgern, Schulen, Bildungseinrichtungen wurden damit zum Teil wichtige Zusatzinformationen, Dokumentationen, Hintergrundberichte genommen, deren Herstellung mit Rundfunkgebühren finanziert worden war. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat pauschale Beschränkungen der zeitlichen Verfügbarkeit von Online-Angeboten von Beginn an außerordentlich kritisch gesehen. Nicht zuletzt stehen sie im Widerspruch zu der auch von der Medienpolitik erhobenen Forderung, dass sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verstärkt darum bemühen müssten, dem klassischen Rundfunk verloren gegangene jüngere Mediennutzer zurück zu gewinnen. Der neue medienrechtliche Rahmen für die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Sinne einer größtmöglichen Flexibilität interpretiert werden.

Multiplikatoren unabhängiger Verbraucherinformation
Ein wichtiges Strukturelement des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland sind die Aufsichts- und Kontrollgremien innerhalb der einzelnen Anstalten. In vielen dieser Gremien wirken neben den anderen maßgeblichen gesellschaftlichen Gruppen auch die Verbraucherverbände als Interessenvertreter der Rundfunknutzer mit. Sie tragen dort als wichtiger Teil des gesellschaftlichen und marktwirtschaftlichen Spektrums mit ihrer spezifischen Kompetenz zur Ausgewogenheit und Unabhängigkeit des Angebots des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei. In dem Sinne fühlt sich der Verbraucherzentrale Bundesverband aufgerufen, sich zu den gemeinschaftlichen Telemedienkonzepten der ARD und des ZDF kommentierend zu äußern.

Die Stellungnahmen finden Sie als pdf-Dokument zum herunterladen.

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