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18.05.2010 > Dokument

Offener Brief des vzbv mit Forderungen zur Lebensmittelinformationsverordnung

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Brief des Verbraucherzentrale Bundesverbandes an die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, und an die Deutschen Mitglieder des Europäischen Parlament sowie die Mitglieder im Bundestag, Ausschuss Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ELV-Ausschuss) vom 7. Mai 2010


Das Original des Briefes als pdf-Datei finden Sie im Download.

Anlässlich der Abstimmung im EU-Parlament voraussichtlich Mitte Juni 2010 stellt ein Brief des vzbv an alle deutschen EU-Parlamentsabgeordneten noch einmal die wichtigsten Anliegen zur Lebensmittelinformationsverordnung dar.
Diese sind:
  • Eine verständliche Nährwertkennzeichnung / Ampelkennzeichnung

  • Lesbarkeit der Angaben

  • Eine verbesserte Herkunftskennzeichnung

  • Nährwertprofile für gesundheits- und nährwertbezogene Angaben

  • Änderungen für den Internethandel mit Lebensmitteln

Die Forderungen im Überblick

Eine verständliche Nährwertkennzeichnung
Verbraucherverbände und Gesundheitsorganisationen, wie beispielsweise Krankenkassen, die Bundesärztekammer, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die Deutsche Herzstiftung, sprechen sich für eine verpflichtende farbliche Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel aus. Denn diese sogenannte Nährwertampel hat sich - auch in Verbindung mit anderen Nährwertkennzeichnungselementen - wie den so genannten GDAs (Prozentangaben zur empfohlenen Tageszufuhr) - in Großbritannien als eine leicht verständliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Lebensmittel bewährt. (...)

Eine aktuelle Studie der Fachhochschule Münster bestätigt die britischen Forschungsergebnisse: Auch hier zeigte sich die Ampelkennzeichnung als hilfreicher bei der Einschätzung des Zucker- oder Energiegehalts eines Lebensmittels. Vor allem beim Vergleich zwischen zwei ähnlichen Lebensmitteln stellte sich die Ampel als wesentlich verständlicher heraus: Während mit der GDA-Kennzeichnung weniger als die Hälfte der Befragten das zuckerhaltigere Lebensmittel identifizieren konnten, waren es mit der Ampelkennzeichnung 9 Prozent der Befragten. Dies spiegelt sich auch in der Vorliebe der Verbraucher gegenüber der Ampelkennzeichnung wider: Die Mehrheit von 75 Prozent hielt die Ampel- im Vergleich zur GDA-Kennzeichnung für hilfreicher, verständlicher und würde diese auch bevorzugen.

Für den Fall, dass die Lebensmittelinformationsverordnung eine verbindliche Ampelkennzeichnung nicht EU-weit vorsehen wird, ist es aus unserer Sicht dringend notwendig, dass eine solche Kennzeichnung auf nationaler Ebene möglich ist. (...)

Lesbarkeit der Angaben auf Lebensmittelverpackungen
In den Verbraucherzentralen beschweren sich Verbraucher immer wieder über unlesbare Zutatenlisten. Nicht nur die Schriftgröße ist häufig extrem klein, sondern auch fehlende Kontraste machen es den Verbrauchern oft unmöglich, die Zutatenlisten und andere wichtige Angaben zu entziffern.

Wir sind der Auffassung, dass sich dieses Problem ohne eine Festlegung auf eine Mindestschriftgröße nicht beheben lässt. (...)

Eine verbesserte Herkunftskennzeichnung
Auch bei der Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sehen wir erheblichen Verbesserungsbedarf. Zurzeit können Verbraucher nur bei wenigen Lebensmitteln wie Rindfleisch, Eiern, Obst und Gemüse wirklich erkennen, woher sie kommen - und auch bei diesen Produkten nur, wenn sie unverarbeitet verkauft werden. Bei anderen Lebensmitteln finden sich normalerweise keine Angaben zur Herkunft, teilweise aber auch verwirrende Angaben oder Hinweise, die von Verbrauchern als Herkunftsangabe verstanden werden, sich aber beispielsweise nur auf den Ort der Verarbeitung, nicht aber auf die Herkunft der Rohstoffe beziehen. (...)

Nährwertprofile für gesundheits- und nährwertbezogene Angaben
Nährwertprofile sind aus unserer Sicht unerlässlich um das Vertrauen in die Zuverlässigkeit von gesundheitsbezogenen Aussagen zu schaffen. Das Konzept der Health-Claims-Verordnung kann nur dann sinnvoll umgesetzt werden, wenn Artikel 4 der Health-Claims-Verordnung zu den Nährwertprofilen anspruchsvoll geregelt wird. Nur so kann eine nährwert- oder gesundheitsbezogene Aussage auf dem Produkt eine Orientierung für das Einkaufsverhalten der Verbraucher sein. Anderenfalls können solche Aussagen nicht zur Anwendung kommen ohne Verbraucher irrezuführen. (...)

Änderungen für den Internethandel mit Lebensmitteln
Nahrungsergänzungsmittel dürfen in Deutschland ohne amtliche Prüfung oder Zulassung auf den Markt gebracht werden. Für die Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften ist der Hersteller oder Händler selbst verantwortlich. Seit Jahren fallen Nahrungsergänzungsmittel bei den Überwachungsbehörden durch hohe Beanstandungsquoten auf. Insbesondere irreführende Werbung und verbotene Aussagen über die Vorbeugung, Heilung oder Linderung von Krankheiten machen Probleme. (...)

Das Original des Briefes als pdf-Datei finden Sie im Anhang.

Hier gibt es die Studie der Universität Münster zur Nährwertkennzeichnung.

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