Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

09.02.2016 > Dokument

Nützlich oder riskant? Wearables und Gesundheits-Apps

Rede von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, anlässlich des Safer Internet Days 2016
Quelle: 
Vectorfusionart - fotolia.com

Auf einer Veranstaltung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) zu Wearables und Gesundheits-Apps fordert Klaus Müller, Vorstand es vzbv, Regeln für die neuen digitalen Anwendungen im Gesundheitswesen.

Rede von Klaus Müller anlässlich des Safer Internet Days 2016 am 9. Februar 2016

Nützlich oder riskant? Wearables und Gesundheits-Apps aus Sicht des Verbraucherschutzes

Big Data Technologien bieten ein großes Potential für echte Innovationen in der Gesundheitsversorgung, aber noch zeichnen sich wenige reale Verbesserungen ab, von denen Menschen tatsächlich und nachweislich profitieren. Groß sind bisher vor allem die Heilsversprechen und die Profiterwartungen.

Gesundheits-Apps bieten Chancen für eine verbesserte gesundheitliche Versorgung, bergen jedoch ein erhebliches Schadenspotenzial hinsichtlich Datensicherheit und Datenschutz. Hier braucht es neue dynamische Regularien. Medizinische Apps können bei falscher Anwendung oder fehlender Funktionsfähigkeit gravierende gesundheitliche Schädigungen nach sich ziehen. Politik und Aufsichten müssen sich stärker als bisher engagieren. Neben der Zulassung und einer zügigen Nutzenbewertung sind transparente und gut verständliche Qualitäts- und Datensicherheitsstandards erforderlich.

Gesetzliche Krankenversicherungen haben inzwischen das eigentliche innovative Potential der digitalen Applikationen erkannt. In diesem Bereich besteht durchaus das Potential für echten Wettbewerb. Aber auch hier gilt: Im Wettbewerb muss es um eine qualitätsgesicherte Versorgung gehen. Telematiktarife von Krankenversicherungen erscheinen nicht nur für Versicherungsunternehmen, sondern – aufgrund von finanziellen Vorteilen – auch für junge und gesunde Versicherte interessant. Allerdings überwiegen aus Verbrauchersicht die damit verbunden Risiken.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen und Honorierungsmöglichkeiten, etwa von Ärzten, muss an die sich durch die Digitalisierung weiterentwickelnden Möglichkeiten angepasst werden. Transparenz über die angebotenen telemedizinischen Leistungen und deren Möglichkeiten muss gegeben sein – qualitätsgesicherte Informationen müssen nicht nur Leistungserbringern und Kostenträgern zeitnah zur Verfügung stehen, sondern auch Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Sie finden die Rede von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, hier zum Download.

Downloads