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24.11.2014 > Dokument

Neue Regelungen für die Kennzeichnung von Lebensmitteln

Junge im Supermarkt sich ein Produkt in seinen Händen anschauend
EU-Verordnung ändert Pflichtangaben zur Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln
Quelle: 
Fotolia.com / Pavel Losovsky

Ab 13. Dezember 2014 müssen die Etiketten von Lebensmitteln in der EU gemäß der neuen Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) gestaltet sein. Sie sollen in Zukunft mehr Klarheit und Informationen für Verbraucher bieten. Das stimmt zwar in Teilen für die Herkunft von Lebensmitteln, Nährwerte, Allergene und Imitate, im Detail gibt es allerdings noch etliche Lücken.

„Der Verbraucher wird am 13. Dezember nicht die schöne neue Warenwelt im Supermarkt vorfinden.“, sagt Sophie Herr, Leiterin des Teams Lebensmittel beim vzbv. „Einerseits sehen wir an vielen Stellen Verbesserungsbedarf wie etwa einer verbindlichen Herkunftskennzeichnung für weitere Produktgruppen und der doch recht mager ausgefallenen Mindestschriftgröße von 1,2 mm für Pflichtangaben. Gleichzeitig werden wohl nur wenige Hersteller die Änderungen genau zum Stichtag vornehmen: Entweder haben Hersteller die lange Vorlaufzeit genutzt und bereits Veränderungen vorgenommen. Oder aber sie verkaufen – wie von der Verordnung geduldet – bereits produzierte Verpackungen ab. Dafür gibt es kein Fristende.“  

Das Ziel der LMIV: Für Hersteller soll es europaweit einheitliche Vorgaben zur Kennzeichnung geben und Verbraucher sollen beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden. Mit der LMIV werden sowohl die bisherigen Kennzeichnungs-Regelungen zusammengefasst als auch Änderungen und Ergänzungen eingeführt.

Notwendige Veränderungen

Der vzbv bemängelt etliche Punkte in der Umsetzung.

  • Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch als Zutat in verarbeiteten Produkten – wie etwa Lasagne – gibt es weiterhin nicht.
  • Es wird nach wie vor keine verbraucherfreundliche Ampelkennzeichnung geben. Verbraucher können daher auch künftig nicht auf einen Blick erkennen, ob der Gehalt an Fett, Zucker oder Salz hoch, mittel oder niedrig zu bewerten ist. Ein Fortschritt ist allerdings die Pflicht zur Angabe des Salzgehaltes.
  • Allergiker sollen die häufigsten allergen wirkenden Stoffe, wie Gluten, Milcheiweiß oder Nüsse, in der Zutatenliste verpackter Lebensmittel leichter erkennen können. Auch bei loser Ware muss über Allergene informiert werden. Allerdings soll hier eine mündliche Information ausreichend sein, schriftliche Informationen gibt es nur auf Nachfrage der Verbraucher. Hier weicht die Bundesregierung von ihrem ursprünglichen Standpunkt ab. Aus Sicht des vzbv ist das nicht ausreichend.
  • Erstmals gibt es eine konkrete Mindestschriftgröße für die Pflichtangaben auf Etiketten. Die Schrift muss künftig hervorgehoben oder mit einer anderen Farbe unterlegt sein. Die vorgeschriebene minimale Schriftgröße von 2mm ist für viele Käufer jedoch nach wie vor zu klein.
  • Ausnahmen für alkoholhaltige Getränke bleiben weiterhin bestehen. Ab einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent ist weder ein Zutatenverzeichnis noch die Nährwertkennzeichnung verpflichtend. 

Die detaillierte Einschätzung von vzbv und den Verbraucherzentralen zu den einzelnen Neuerungen im Rahmen der LMIV finden sie im Download.

In der vergangenen Woche wurde ein überarbeiteter Verordnungsentwurf zur nationalen Umsetzung der Allergenkennzeichnung bei unverpackten Lebensmitteln vorgelegt. Der vzbv kritisiert diesen Entwurf in seiner Meldung vom 20.11.2014 "Allergenkennzeichnung loser Ware: Mündliche Information schafft Unsicherheit".

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