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16.01.2008 > Dokument

Neuartige Lebensmittelverordnung - Kennzeichnung gentechnikfreier Fütterung bei tierischen Produkten

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Fragen der Fraktionen anlässlich einer Anhörung im Bundestag am 16. Januar 2008 - Antworten des vzbv zur Verordnung zu Neuartigen Lebensmitteln und zur Kennzeichnung gentechnikfreier Fütterung bei tierischen Produkten

NLV (Neuartige Lebensmittelverordnung): Verordnung über neuartige Lebensmittel und Lebensmittelzutaten und über die Kennzeichnung von Erzeugnissen aus gentechnisch veränderten Sojabohnen und gentechnisch verändertem Mais sowie über die Kennzeichnung ohne Anwendung gentechnischer Verfahren hergestellter Lebensmittel

VERORDNUNG (EG) Nr. 1830/2003 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 22. September 2003
über die Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von genetisch veränderten Organismen und über die Rückverfolgbarkeit von aus genetisch veränderten Organismen hergestellten Lebensmitteln und Futtermitteln sowie zur Änderung der Richtlinie 2001/18/EG

Hintergrund

Am 16. Januar 2008 hat eine Anhörung im Bundestag stattgefunden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband antwortete auf die Fragen des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - Fragen von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD, der Fraktion der FDP und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Nach der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 über genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel sind tierische Lebensmittel, bei denen gentechnisch veränderte Futtermittel zum Einsatz kamen, nicht kennzeichnungspflichtig. Dies wird von Verbraucherinnen und Verbrauchern stark kritisiert. Eine Neuregelung dieser EU-Verordnung ist eher unwahrscheinlich und langwierig.

Verbraucher sollen daher mit einer novellierten nationalen Verordnung zu Neuartigen Lebensmittel- und Lebensmittelzutaten mehr Wahlfreiheit bekommen. Durch die geltende NLV (Neuartige Lebensmittel- und Lebensmittelzutatenverordnung) war eine Auslobung einer Geo-Freiheit, bezogen auf das Futter, in der Praxis nahezu nicht möglich. Hersteller liefen Gefahr, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Denn nach der geltenden NLV müssen alle Bereiche (einschließlich Arzneimitteleinsatz) GVO-frei sein, wenn eine Auslobung erfolgen sollte. Allein die gentechnikfreie Fütterung konnte bisher nicht ausgelobt werden. (GVO - gentechnisch veränderte Organismen)

Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt eine Novellierung, weil
  • Verbraucherinnen und Verbraucher damit ihre Nachfrage nach Lebensmitteln von Tieren, die mit gentechnikfreiem Futter gefüttert wurden, weiter geben können
  • Tierhalter damit Anreize bekommen, gentechnikfreies Futter einzusetzen
  • Futtermittelerzeuger damit mehr Anreize bekommen, gentechnikfreies Futter anzubieten.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine Regelung, die honoriert, dass auf den Einsatz von Gentechnik beim Tierfutter verzichtet wurde. Ein neues Kennzeichen soll Auskunft darüber geben, dass das Lebensmittel liefernde Tier selbst nicht gentechnisch verändert ist und dass sichergestellt wird, dass das Futter, mit dem die Tiere gefüttert wurden, nicht nach der EU-Verordnung kennzeichnungspflichtig ist.

Den Fragenkatatolg mit den Antworten des vzbv können Sie als pdf-Datei im Download herunterladen.

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