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01.08.2016 > Dokument

Nachhaltigkeit: Auch Wirtschaft in die Pflicht nehmen

Nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung muss alle Marktakteure einbeziehen und ambitionierte Ziele für Indikatoren setzen
Quelle: 
stockWERK fotolia.com

Der vzbv kritisiert, dass die Bundesregierung in der Neuauflage der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie vor allem Verbraucher in die Pflicht nimmt. In einer aktuellen Stellungnahme zum Regierungsentwurf fordert der vzbv, dass die Politik auch die Wirtschaft in die Verantwortung nehmen müsse. Nachhaltiger Konsum müsse eine gemeinsame Aufgabe sein.

„Verbraucher können zu einem nachhaltigen Konsum beitragen, aber keinesfalls allein die Welt retten. Das internationale Motto der Agenda 2030 zu nachhaltiger Entwicklung „Leave no one behind“ muss auch für die Wirtschaft gelten. Nur indem die Politik Rahmenbedingungen für Hersteller und Handel setzt und sie in die Pflicht nimmt, lässt sich nachhaltiger Konsum stärken“, sagt Ingmar Streese, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv.

Die Neuauflage der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie bildet das Rahmenumsetzungswerk für Deutschland, um die Agenda 2030 der Vereinten Nationen umzusetzen. Diese hat sich 17 Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals (SDG) gesetzt, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen, darunter etwa Armutsbekämpfung, sauberes Wasser sowie verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster (SDG 12). Die Stellungnahme des vzbv nimmt vor allem Bezug auf die nationalen Aktivitäten zu SDG 12 und nachhaltigem Konsum. 

Die Positionen des vzbv zum Regierungsentwurf:

  • Der Entwurf zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie ist grundsätzlich positiv, bislang aber unvollständig und unkonkret. Er muss ausgebaut werden.
  • Der vzbv lehnt es ab, Verbrauchern die Hauptverantwortung für nachhaltigen Konsum zuzuschreiben. Die Politik muss den Rahmen setzen und den Beitrag aller relevanten Marktakteure einfordern. Vor allem Hersteller und Handel stehen in der Pflicht.
  • Nachhaltigkeit braucht einen politischen Treiber – die Bundesregierung – und muss einen höheren Stellenwert bekommen. Alle relevanten Bundesministerien müssen das Thema Nachhaltigkeit ambitioniert bearbeiten.
  • Der vzbv fordert ehrgeizige Zielvorgaben für die Indikatoren, um tatsächlich etwas für mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. Die Indikatoren müssen konkretisiert werden, um Fortschritte besser messbar zu machen. 

Ein Kabinettsbeschluss zum Fortschrittsbericht sollte nicht – wie bislang üblich – vier Jahre bindend sein. Nachbesserungen müssen auch früher möglich sein, um nachhaltige Entwicklung effektiv voran zu bringen und keine Zeit zu verlieren.

Zivilgesellschaftliche Akteure nehmen Stellung

Der vzbv hat auch im Rahmen eines Appells verschiedener Verbände sowie gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren des Textilbündnisses Stellung zur Neuauflage der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie genommen.

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