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05.01.2010 > Dokument

Kreative Online-Inhalte im digitalen europäischen Binnenmarkt - Stellungnahme

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverbands zu dem Konsultationspapier der Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien sowie der Generaldirektion Binnenmarkt und Dienstleistung der Europäischen Kommission

Überblick
Die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten digitalen Inhalten eröffnet eine Vielzahl von Chancen für Europa, aber auch eine Handvoll von Herausforderungen. Das Konsultationspapier gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Stand und die Herausforderungen für die drei zentralen Gruppen - Rechteinhaber, Verbraucher und kommerzielle Anbieter von Online-Angeboten. Mit der öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission soll eine breit angelegte Diskussion in Gang gesetzt werden mit dem Ziel die Entwicklung von Online-Märkten zu fördern.

Das Konsultationspapier enthält aus Verbrauchersicht eine Vielzahl begrüßenswerter Ansatzpunkte. Die Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverbandes beschränkt sich daher auf die aus Verbraucherperspektive zu beachtenden beziehungsweise zu ergänzenden Aspekt.

Nutzbarkeit von Online-Inhalten
Verbraucher haben nicht nur ein Bedürfnis nach einer breiten Palette an verfügbaren Online-Inhalten, sondern stellen auch berechtigte Erwartungen an die Nutzbarkeit dieser Inhalte. Verbraucher können häufig legal heruntergeladene Online-Inhalte aufgrund von Digitalen Rechtemanagement-Systemen (DRM-Systeme) nicht ansehen. Hauptursache ist die fehlende Interoperabilität von DRM-Systemen. Die von den Anbietern eingesetzten DRM-Systeme müssen daher so ausgestaltet sein, dass Verbraucher den Online-Inhalt über jedes von ihm ausgewählte Endgerät abrufen und nutzen kann.

Schaffung eines verständlichen Urheberrechts
Verbraucher sind oft über die mit der Nutzung der neuen Medien und Technologien einhergehenden urheberrechtlichen Fragen verunsichert. Dies kann eine Zurückhaltung beim Erwerb von Online-Inhalten und bei der Nutzung von Informationstechnologien auslösen. Um dies zu vermeiden, muss das Urheberrecht einen klaren, verständlichen und ausgewogenen Rechtsrahmen für den Umgang mit urheberrechtlich geschützten Inhalten in der Informationsgesellschaft setzen.

Harmonisierung des Urheberrechts in der EU
Die urheberrechtlichen Schrankenbestimmungen, insbesondere die Privatkopierfreiheit, dürfen durch eine weitere Harmonisierung des Urheberrechts nicht zu Lasten der Verbraucher eingeschränkt werden. Es ist eine wesentliche und angesichts des Interesses an kultureller und informationeller Teilhabe legitime Folge, dass der Verbraucher sich zu privaten Zwecken Kopien anfertigen können darf. Der Verbraucherzentrale Bundesverband tritt daher für ein Recht auf Privatkopie ein.

Die ausführliche Stellungnahme und das Paper der EU
Creative Content in a European Digital Single Market: Challenges for the Future - A Reflection Document of DG INFSO and DG MARKT finden Sie im Download.

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