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21.01.2010 > Dokument

Kinder- und Jugendschutz im Telemedienbereich - Zur Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zum Änderungsentwurf des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages - JMStV (Stand: 07.Dezember 2009)

Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt die Initiative der Rundfunkkommission der Länder, den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag unter Berücksichtigung veränderter und komplexerer Angebote im Telemedienbereich zu novellieren.

Schutz der Kinder und Jugendlichen vor gefährdenden oder entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten
Die politische Diskussion der vergangenen Monate hat gezeigt, dass der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) den Anforderungen und Erfordernissen an einen effektiven Schutz der Kinder und Jugendlichen vor gefährdenden oder entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten nicht mehr gerecht wird. Andererseits gewinnen Medien zunehmend an Bedeutung für die Verbraucher im Alltag. Die Wirtschaft hat hierauf mit neuen und immer spezielleren Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsangeboten, vor allem Bereich des Internets, reagiert. Dennoch darf beim Werben um die Gunst der Kunden keinesfalls der Kinder- und Jugendschutz auf der Strecke bleiben. Vor allem jüngere Internetnutzer müssen vor nicht altersgerechten Angeboten geschützt werden.

Investitionen in einen effektiven Kinder- und Jugendschutz
Insoweit sollten sich aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes Anbieter im Sinne des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages nicht nur sozial engagieren, sondern auch wirtschaftlich in einen effektiven Kinder- und Jugendschutz investieren. Das Entwickeln von Jugendschutzprogrammen und geeigneten Altersverifikationssystemen zum Schutz jüngerer Mediennutzer sollte insbesondere für die Anbieter auch wirtschaftlich zumutbar sein, die mit gefährdenden oder entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten an den Markt gehen und hiermit ihr Geld verdienen.

Förderung der Medienkompetenz auch der Eltern
Kinder- und Jugendschutz bedeutet nicht nur die Förderung von Medienkompetenz sowohl jüngerer Menschen, sondern auch deren Eltern. Anbieter müssen daher auch verpflichtet sein, zur Förderung der Medienkompetenz ihren Beitrag zu leisten und den Nutzern hierfür geeignete Mittel zur Verfügung zu stellen. So sollten Anbieter von Telemediendiensten, die sich (auch) an eine jüngere Zielgruppe richten, einfach abrufbare Infos für Eltern und Kinder zur Verfügung stellen. Somit könnten sich die Adressaten über die wesentlichen Inhalte eines Telemediendienstes informieren und abwägen, ob bei der Nutzung dieses Dienstes eine Entwicklungsbeeinträchtigung zu befürchten ist.

Forderung nach verpflichtender Alterskennzeichnung von Telemedien-Angeboten
In diesem Zusammenhang fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband aber auch die verpflichtende Alterskennzeichnung von Telemedien-Angeboten, die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu beeinträchtigen. Eine Differenzierung bei der Alterskennzeichnung zwischen Trägermedien, bei denen eine entsprechende Verpflichtung besteht, und Telemedien ist nicht sachgerecht.

Die ausführliche Stellungnahme finden Sie im Download.

Anhörung zum neuen Entwurf
Zum neuen Entwurf des Jugendmedienschutzvertrages findet am 27. Januar 2010 in Mainz eine mündliche Anhörung statt.

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