Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

14.11.2012 > Dokument

Keine Energiewende ohne Gebäudesanierung

Stellungnahme zum Entwurf für die Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung (EnEV)
Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Die Bundesregierung hat im Oktober 2010 den Gebäudebereich als einen Meilenstein ihres Energiekonzeptes vorgestellt. Mit dem Entwurf zur Änderung der Energieeinsparverordnung macht die Bundesregierung nun Vorgaben, wie die Energieeffizienz von Gebäuden in den nächsten Jahren erhöht werden soll. Für Neubauten sind höhere Anforderungen vorgesehen. Die Anforderungen an die energetische Sanierung des Gebäudebestands sollen hingegen nicht steigen. In seiner Stellungnahme fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Bundesregierung auf, der Gebäudesanierung eine angemessen hohe Priorität einzuräumen und ein Gesamtpaket an geeigneten Maßnahmen zu entwickeln.

Folgende Punkte sollten dabei berücksichtigt werden:

  1. eine schnellstmögliche Sicherstellung der finanziellen Mittel
    Der vzbv bedauert nachdrücklich, dass bisher kein Kompromiss zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung erzielt wurde, und fordern sowohl die Bundesregierung als auch den Bundesrat auf, sich in der nächsten Sitzung des Vermittlungsausschusses am 21.11.2012 zu einigen.
  2. Abstimmung des Ordnungsrechts mit den Zielvorgaben und den förderpolitischen Instrumenten
    Zur Umsetzung der im Energiekonzept gesetzten Zielvorgaben sind sowohl ordnungsrechtliche als auch förderpolitische Instrumente erforderlich, die aufeinander abgestimmt sind.

  3. Aus- und Aufbau der qualifizierten Energieberatung für private Hauseigentümer
    Beratungsangebote zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden müssen ausgebaut werden, die von unabhängige und kompetenten Experten durchgeführt werden und über die technischen Lösungen hinaus, langfristig wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen aufzeigen.

  4. Einführung individueller Sanierungsfahrpläne
    Neben der Zielsetzung für den gesamten Gebäudebestand muss auch jedes Gebäude einzeln betrachtet werden, da sich nicht nur das jeweilige größte technische Energieeinsparpotential, sondern auch Kosten und Nutzen sowie der zukünftige Nutzungsplan von denen der anderen Gebäude unterscheiden.

  5. Förderung der Qualitätssicherung, -kontrolle und Nutzerinformation
    Qualifizierung der Fachkräfte sowie Qualitätskontrolle sind dringend erforderlich, um das technisch mögliche Potenzial auszuschöpfen und die dafür notwendige Informationen auch an die Nutzer weiterzugeben.

  6. Verknüpfung der öffentlichen Stellen/ Datenerhebung
    Die politischen Ziele müssen auf Länder- und kommunale Ebene heruntergebrochen werden. Insbesondere die Kommunen müssen stärker einbezogen und mit Kompetenzen ausgestattet werden.

  7. Förderung nachhaltiger Bauweise
    Die Politik sollte weitere Impulse dazu geben, dass eine nachhaltige Entwicklung im Bauen und Wohnen angestrebt wird.

Downloads

Weitere Informationen