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29.11.2011 > Dokument

Informationen sollen Verbrauchern die Entscheidung erleichtern

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Konsumentscheidungen müssen Verbraucher meist in Eigenregie fällen. Je komplexer der Markt, je größer das Angebot und je kostspieliger die potentiellen Konsequenzen einer Entscheidung, desto größer ist deshalb der Bedarf nach zuverlässigen Hilfestellungen.

Die Verbraucherpolitik setzt hier bislang vor allem auf die Kraft der Information. Der "informierte Verbraucher" gilt dabei häufig als Garant für stabilen Wettbewerb und Märkte, die für alle Akteure reibungslos funktionieren. Auch mit Hilfe der neuen Medien und technischen Möglichkeiten werden immer mehr Informationen zur Verfügung gestellt, die sich an Verbraucher wenden.

Aber sind mehr Informationen auch immer besser? Gilt also die Devise "Viel hilft viel?"

Informationen sind das Mittel und nicht der Zweck

Wettbewerb kann ohne den Zugang zu wahrheitsgemäßen Informationen und ohne Transparenz nicht im Sinne des Verbrauchers stattfinden. Verbraucher, die es wissen wollen, müssen Informationen über Inhaltsstoffe, Nebenwirkungen, Kosten und Folgekosten finden können.

Nicht selten verkehrt sich aber mittlerweile der Umgang mit Information für Verbraucher ins paradoxe Gegenteil: Je mehr man liest, desto weniger versteht man. Statt Klarheit zu schaffen, bringen Informationsflut und Juristendeutsch nur Verwirrung und Erschöpfung. Information wird dann zum nutzlosen Selbstzweck. Statt dem "informierten Verbraucher" sein scharfes Schwert als Marktteilnehmer zu geben, führt sie in die Irre.

 Entscheidend ist, was ankommt

  • Gute Informationen sind Instrumente, mit denen Verbraucher arbeiten können, wenn der Bedarf besteht.
  • Gute Informationen stehen dann und dort zur Verfügung, wenn konkrete Entscheidungen gefällt werden.
  • Gute Informationen sind verständlich. Gute Informationen helfen.

Verbraucherinformationsgesetz

Das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) soll Verbrauchern helfen, Transparenz über "schwarze Schafe" und Verstöße zu bekommen. Bislang regelt es allerdings nur, unter welchen Bedingungen Verbraucher eine Auskunft zu bestimmten Kontrollergebnissen von Behörden bekommen können - wenn sie einen schriftlichen Antrag stellen. Das ist ein Anfang. Besonders praktisch ist es in den meisten Fällen nicht.

Klarheit und Wahrheit

Die Kommunikation zwischen Verbrauchern, Anbietern und Experten verbessern, soll das Internetportal www.lebensmittelklarheit.de. Träger des Projektes sind die Verbraucherzentrale Hessen und der vzbv. Das am 20. Juli 2011 freigeschaltete Internetportal soll zur zentralen Anlaufstelle zur Information und Aufklärung, aber auch zur Diskussion rund um das Thema Lebensmittelkennzeichnung werden. Verbraucher können fragwürdige Etikettierungen und Aufmachungen per Eingabemaske melden oder der Verbraucherzentrale zuschicken. Bei der Diskussion konkreter Produktbeispiele wird die Perspektive der Hersteller mit einbezogen, indem diese über Verbrauchermeldungen informiert und um eine Stellungnahme gebeten werden. In einem Expertenforum haben Verbraucher außerdem die Möglichkeit, Fragen zur Kennzeichnung, Aufmachung, Qualitätserwartungen und Werbestrategien der Anbieter zu stellen.

Gute Verbraucherinformation

In seinem aktuellen Projekt Gute Verbraucherinformationen untersucht der vzbv, welche unterschiedlichen Arten von Informationen in den verschiedensten Entscheidungssituationen zur Verfügung stehen - und welche allgemeinen Qualitätskriterien sich daraus ableiten lassen.Weil Informationen kein Allheilmittel sind, befasst sich der vzbv außerdem intensiv mit den Grenzen von Information und der Frage, wie sich ein intelligenter und effizienter Mix aus Information, Beratung und Regulierung gestalten lässt.

Kriterien für gute Informationen

Mit internen und externen Stakeholdern sammelt der vzbv Beispiele für gute und schlechte Informationen. Wir untersuchen, was man besser machen kann - und wie. Beispiele:

  • AGB liest doch eh keiner?
    Stimmt vermutlich, kann aber fatale Folgen haben. Weitergabe von persönlichen Daten an Dritte, Rechte an eigenen Bildern, überlange Laufzeiten - vieles schlüpft im Alltag einfach durch. AGB und Datenschutzbestimmungen sollen transparent sein und über wichtige Bestandteile / Rahmenbedingungen des Vertrags informieren. Klar kommuniziert werden diese aber meist nicht. Vzbv knöpft sich die schlimmsten Beispiele vor und zeigt, wie aus AGB hilfreiche Informationen werden können.
  • Willkommen im Dschungel - Labels und kein Ende?
    Gehen Verbraucher einkaufen sind sie in einem Labeldschungel unterwegs, Testsiegel, Umweltzeichen, handelseigene Label schmücken viele Produkte. Um Zeit zu sparen und Unsicherheiten zu reduzieren, sind Labels, Siegel und Testurteile unentbehrlich, aber die Zahl der Siegel muss überschaubar bleiben, und sie müssen dem Verbraucher klare Signale geben und nicht zuletzt müssen sie bestimmten Qualitätskriterien genügen.

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