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25.10.2007 > Dokument

Herausforderung energieeffizientes Wohnen

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Bezahlbar, zukunftssicher, klimafreundlich - Herausforderung energieeffizientes Wohnen
Vortrag von Gerd Billen, Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband, auf der Veranstaltung "zukunft haus - Strategien für Energieeffizienz" der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) in Berlin

Den Vortrag Energieeffizientes Wohnen finden Sie im Download.

Kongress

Die EU-Länder haben sich auf ehrgeizige Ziele zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen verpflichtet. Da der Gebäudebereich die größten wirtschaftlichen Energieeinsparpotenziale bietet, wird er eine zentrale Rolle spielen. Der Kongress "zukunft haus - Strategien für Energieeffizienz" der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) ist am 25. und 26. Oktober 2007 der Frage nachgegangen, mit welchen politischen und marktorientierten Strategien und Instrumenten die Effizienzpotenziale von Gebäuden verstärkt erschlossen werden sollen. Rund 350 Experten und Entscheider aus Politik und Verwaltungen, Industrie, Planung und Handwerk sowie aus Verbänden und Institutionen waren dazu in Berlin zusammengekommen.

Vortrag - Einführung

Herausforderung energieeffizientes Wohnen. Will man den Versuch unternehmen, diese Herausforderung durch ein Schlüsselwort zu illustrieren, könnte es lauten: "Sanierungsrückstand".

Wenn es darum geht, die Effizienz des Energieeinsatzes im Gebäudebereich zu verbessern, ist nicht der Neubau das Problem. Zwar ist auch hier noch viel zu tun. Dies nicht zuletzt, weil dem Neubau die Rolle als Motor technischer Innovationen und damit Leitbild des technisch Machbaren zukommt.

Aber das eigentliche Sorgenkind ist der Gebäudebestand. Deutschland ist weitgehend gebaut. Rund drei Viertel der Gebäude sind vor 1978 entstanden und stammen damit aus der Zeit vor dem Inkrafttreten der Wärmeschutzverordnung von 1977, die einen ersten wesentlichen Schritt in Richtung einer Verbesserung der Energieeffizienz bei Gebäuden markiert. Hier tut energetische Sanierung Not und herrscht zugleich Sanierungsrückstand.

Sanierungsrückstand meint, dass energetische Sanierungen zum einen zu selten angegangen werden und zum anderen, wenn energetisch saniert wird, die vorhandenen Einsparpotentiale oft nicht ausgeschöpft werden. Exemplarisch hierfür stehen die Feststellungen einer im Jahr 2005 im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung erstellten Studie des Forschungszentrums Jülich zur Evaluierung der CO2-Minderungsmaßnahmen im Gebäudebereich.

Danach werden nur etwa halb so viele Sanierungen durchgeführt wie es nach den Baualtersklassen der Gebäude und der durchschnittlichen Lebensdauer energetisch relevanter Bauteile zu erwarten wäre. Zudem wird das Einsparpotential bei durchgeführten Sanierungen im Durchschnitt zu lediglich 60 Prozent ausgeschöpft. Derart versäumte Möglichkeiten wiegen umso schwerer als energetische Maßnahmen üblicherweise mit ohnehin anstehenden Modernisierungen verknüpft werden, so dass in der Regel erst Jahre vergehen, bevor wieder die Gelegenheit besteht, das energetisch Versäumte nachzuholen.

Eine Verbesserung dieser Situation ist bis heute nicht zu verzeichnen.

Diese Bilanz scheint erstaunlich. Denn angesichts des schon seit geraumer Zeit und auch in der langfristigen Perspektive zukünftig hohen Niveaus der Energiepreise erscheint die energetische Gebäudesanierung doch eigentlich als rundum profitabel. So hat jüngst die von McKinsey für den BDI erstellte Studie "Kosten und Potentiale der Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Deutschland" festgestellt, dass im Gebäudebereich durch Dämmung, Austausch der Heizungsanlagen, Gebäudemanagementsysteme, effiziente Elektrogeräte und Beleuchtung erhebliche CO2-Einsparpotentiale liegen. Festgestellt wurde auch, dass 90 Prozent der sogenannten "Vermeidungshebel" - also energiesparende Maßnahmen - aus Entscheidersicht wirtschaftlich sind.

Der Umsetzung dieses Vermeidungspotentials stehen laut McKinsey folgende Faktoren entgegen:

  • die oft erhebliche Gesamthöhe der Investitionen
     
  • die vergleichsweise langen Amortisationszeiten von über zehn Jahren
     
  • und die unterschiedliche Verteilung von Kosten und Nutzen einer Maßnahme für Mieter und Vermieter.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützt das Ziel der Bundesregierung, die CO2-Emissionen energisch zu reduzieren. Wir sind der Ansicht, dass eine gesteigerte Energieeffizienz zu einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung beiträgt. Angesichts weiter steigernder Energiekosten suchen die Verbraucher nach Möglichkeiten, durch geringeren Verbrauch und einen höheren Anteil regenerativer Energien diesen höheren Energiekosten zu begegnen. Denn: Eingesparte Energiekosten werden frei für den privaten Konsum. Sanierungsaufträge beleben die Konjunktur von Bauwirtschaft und Bauhandwerk.

Die energetische Gebäudesanierung bietet in mehrerlei Hinsicht eine win-win-Situation, die motivieren müsste. Es kommt jetzt darauf an, in einer klugen und intelligenten konzertierten Aktion dafür zu sorgen, dass wir für Mieter, Haus- und Wohnungsbesitzer die richtigen Weichenstellungen vornehmen, um den Sanierungsrückstand zu beseitigen.

Vier Aspekte sind aus Verbrauchersicht wesentlich.
Mehr dazu im Gesamtvortrag - als pdf-Datei im Download rechts.

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