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08.12.2008 > Dokument

Forum Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com
Hintergrund

Die europäische Gesetzgebung zu Pestiziden sieht Nationale Aktionspläne zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vor, die in den jeweiligen europäischen Mitgliedsstaaten erarbeitet werden müssen.

Das Bundesverbraucherministerium hat den bereits bestehenden Diskussionsprozess aus dem Programm zur Reduktion des chemischen Pflanzenschutzes genutzt und setzt diesen nun in einem Forum Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln fort. Die Hauptforderungen des Verbraucherzentrale Bundesverbandes für den weiteren Diskussionsprozess sind nachfolgend dargestellt.


Hauptforderungen
Die Bundesregierung wird aufgefordert, konkrete Ziele und Zeitpläne für den nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, festzulegen. Ebenfalls soll sie sicherstellen, dass bisherige konzeptionelle Vorgaben weiterentwickelt und Innovationen möglich werden.
  • Konzept der Höchstmengenfestlegung muss verbessert werden
    Die Bundesregierung soll sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass Höchstmengen automatisch abgesenkt werden, wenn die landwirtschaftliche Praxis dies erlaubt. Bisher fehlt diese Regelung.

  • Konzept des integrierten Pflanzenschutzes muss weiter entwickelt werden
    Es müssen verbindliche quantifizierte Reduktionsziele für den Integrierten Pflanzenschutz festgelegt werden. Verbraucher wünschen eine klare, unmissverständliche und wahrheitsgemäße Bewerbung der Leistungen des Integrierten Pflanzenschutzes.
    Im Rahmen des Konzeptes der wirtschaftlichen Schadensschwelle des Integrierten Pflanzenschutzes sind zukünftig auch positive Leistungen des Pflanzenschutzes zu berücksichtigen. Dabei sollten mechanische und biologische Alternativen sowie Anreizsysteme durch die Wasserwirtschaft einbezogen werden. Nur so können auch wirtschaftliche Überlegungen zu einer Vorzüglichkeit von alternativen Verfahren und zu Kosteneinsparungen beim Landwirt führen. Wir schlagen dazu die Bildung einer Arbeitsgruppe unter Einbeziehung von Produktionsgemeinschaften vor, die konkrete Vorschläge dazu macht.

  • Kein Handel ohne sachkundige Beratung über Alternativen
    Der Handel mit Pflanzenschutzmitteln in Europa darf nur dann erfolgen, wenn sachkundige Beratung stattgefunden hat (d.h. Internethandel, der dies nicht sicherstellt, muss unterbunden werden)

  • Pflanzenschutzmittelreduktion als Teil der Qualitätsstrategie
    Im Rahmen einer Qualitätsstrategie (Grünbuch der EU zur Qualitätspolitik) müssen Anreize entstehen für eine bessere Qualitätsdifferenzierung, die den Wünschen der Verbraucher nach weitgehend schadstoffarmer Ware entgegen kommt. Wir schlagen dazu die Bildung einer Arbeitsgruppe unter Einbeziehung von Produktionsgemeinschaften vor.

Im Download finden Sie den Nationalen Aktionsplan des Bundesverbraucherministeriums.

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