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22.02.2013 > Dokument

Finanzberatung am Bedarf der Verbraucher ausrichten

Stellungnahme zur Umsetzung der AIFM-Richtlinie
Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie über alternative Investmentfonds (AIFM) in den Bundestag eingebracht. Damit soll ein in sich geschlossenes Regelwerk für Investmentfonds und ihre Verwalter geschaffen werden. Kleinanleger sollen vor risikoreichen Anlagen geschützt werden.

Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) können die Maßnahmen nur dann ihre beabsichtigte Wirkung entfalten, wenn man gleichzeitig den Produktvertrieb so regelt, dass sich die Beratung und Empfehlung von Finanzprodukten streng am Bedarf der Verbraucher orientiert. Das Problem falscher Beratung kann mit einer Regulierung, die ausschließlich auf die Produkte selbst abzielt, nicht gelöst werden. Der vzbv unterstreicht seine Forderung, den Markt für Finanzberatung zumindest mittelfristig auf eine reine Honorarberatung umzustellen und Provision und sonstige Vertriebsanreize konsequent zu verbieten.

Provisionsverbot und Honorarberatung

Aus der Erfahrung des vzbv ist eine am Bedarf der Verbraucher orientierte Beratung mit einer auf Provisionen basierten „Beratung“ nicht vereinbar. Provisionen und andere Vertriebsanreize, die durch den Produktanbieter gezahlt werden, beeinflussen den Vertrieb in seiner Empfehlung und erzeugen unüberwindbare Interessenkonflikte, die zu schlechten und falschen Produktempfehlungen führen.

Voraussetzung für eine Beratung, die den Bedarf in den Mittelpunkt stellt und ergebnisoffen ist, ist eine Entkoppelung der Vergütung vom Zwang der Vermittlung. Diese Voraussetzung ist bei der Honorarberatung gegeben. Erst wenn Berater nicht auf Basis der Höhe der Vermittlungsvergütung, sondern nach strengen Effizienz- und Geeignetheitskriterien Produkte empfehlen, kann sich Wettbewerb auf Produktebene entfalten.

Vertriebsbeschränkung für geschlossene Fonds

Mit Blick auf massive Probleme in Form von Falschberatungen bei geschlossenen Fonds und die damit seit Jahren verbundenen Rechtsstreitigkeiten fordert der vzbv ein grundsätzliches Verbot des aktiven Vertriebs geschlossener Fonds an Privatkunden. Auch die im vorliegenden Gesetzesentwurf vorgesehene Regulierung wird nichts daran ändern, dass es sich bei diesem Finanzprodukt um eine für Privatanleger ungeeignete Anlageform handelt.

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