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20.08.2014 > Dokument

Elektromobilitätsgesetz: eingebaute Vorfahrt für Plug-in-Hybride

Bevorzugung darf nicht zu Lasten von umweltfreundlichen PKW gehen
Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel fest, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen. Aus diesem Grund sollen über ein Elektromobilitätsgesetz elektrisch angetriebene Fahrzeuge privilegiert werden. Nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) darf die Förderung von Elektrofahrzeugen nicht auf Kosten von Fahrern umweltfreundlicher PKW sowie den Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs erfolgen.

 

Das geplante Elektromobilitätsgesetz soll zur Verringerung „von klima- und umweltschädlichen Auswirkungen des motorisierten Individualverkehrs“ beitragen. Dieses Ziel unterstützt der vzbv ausdrücklich. Die Fahrzeuge, die durch das Elektromobilitätsgesetz privilegiert werden, sind aber keineswegs alle besonders umwelt- und klimaschonend.

 

Nicht nachvollziehbar ist vor allem, dass das Elektromobilitätsgesetz in sehr weitreichender Weise Plug-in-Hybride privilegieren soll. Dies sind Kraftfahrzeuge mit Hybridantrieb, die auch über eine Steckdose mit Strom geladen werden können. Wenn die Batterie ausreicht, eine Strecke von maximal 30 Kilometern rein elektrisch zurückzulegen, dann soll das Auto ein „E-Kennzeichen“ bekommen und auf diese Weise Zugang zu privilegierten Parkplätzen und Busspuren haben.

Unverständnis bei Fahrgästen des ÖPNV

„Durch die Vorschläge der Bundesregierung hätten die Autohersteller einen Anreiz, große und schwere Autos zusätzlich mit einer Batterie auszustatten, die gerade mal für 30 Kilometer ausreicht. Schon hätten die Fahrer dieser Autos das begehrte E-Kennzeichen und damit Vorfahrt in den Städten“, sagt Marion Jungbluth, Leiterin des Teams Energie und Mobilität im vzbv.

Für Besitzer von spritsparenden Benzin- und Diesel-PKWs wäre es besonders schwer vermittelbar, dass Autos mit real erheblich höheren CO2-Emissionen derart bevorzugt werden. Auch bei den Nutzerinnen und Nutzern des umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehrs ist mit Unverständnis zu rechnen. Schon der zu erwartende Anstieg der Premium-Autos mit E-Kennzeichen auf den Busspuren könnte zu Behinderungen und daraus resultierenden Verspätungen der Busse im Nahverkehr führen.

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