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04.12.2007 > Dokument

Einsatz von Insektiziden zum Schutz vor der Blauzungenkrankheit

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Stellungnahme zu Tierarzneimitteln - zum Entwurf einer Verordnung zur Zulassung von Ausnahmen von § 56 a des Arzneimittelgesetzes

Hintergrund

Die Blauzungenkrankheit ist eine Wiederkäuerkrankheit und befällt Rinder, Schafe und Ziegen und hat sich in den vergangenen beiden Jahren kontinuierlich nach Norden ausgebreitet. Die Krankheit wird von einer Mücke übertragen.

In Deutschland sind im Jahr 2007 rund 19.000 Tiere gestorben, der größte Teil im September. Auf Grund der kalten Jahreszeit gehen die Befallszahlen zurück. Schwerpunkt der Ausbreitung ist Nordrhein-Westfalen mit rund 10.000 Fällen, stark betroffen sind ebenfalls Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen.

Nun sollen zum Schutz vor der Blauzungenkrankheit auch solche Insektizide oder Repellentien (Vertreibungsmittel für Mücken) angewendet werden, die zwar nicht in Deutschland, aber in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen sind. Da die Krankheit bisher verstärkt in Südeuropa aufgetreten ist, liegen dort auch verschiedenste Zulassungen vor.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) lehnt den Entwurf der Verordnung zur Zulassung von Ausnahmen von § 56 a des Arzneimittelgesetzes ab.

Grundsätzlich sollten Wirkstoffe, die bei Tieren angewendet werden, insbesondere bei Tieren, die der menschlichen Ernährung dienen, in dem jeweiligen Klimagebiet geprüft werden, in dem sie zum Einsatz kommen.

Bis diese Prüfung für Deutschland erfolgt ist, sollten ausnahmsweise Insektizide oder Repellentien zum Schutz vor der Blauzungenkrankheit angewendet werden dürfen, die in einer Positivliste von deutschen Tierärzten und dem Bundesinstitut für Risikobewertung aufgeführt wurden. So soll sichergestellt werden, dass der Einsatz der Wirkstoffe auch unter den Bedingungen unseres Klimaraumes wirksam und sinnvoll ist und nur auf solche Stoffe zurückgegriffen wird, die den höchsten Verbraucherschutz gewährleisten.

Die Bennennung einer übersichtlichen Zahl zulässiger Wirkstoffe in einer Positivliste ist auch vor dem Hintergrund der Lebensmittelüberwachung wichtig. Die Lebensmittelüberwachung kann eine risikoorientierte Überwachung nur dann gewährleisten, wenn sie weiß, auf welche Stoffe sie routinemäßig und in Verdachtsfällen untersuchen muss.