Skip to content Skip to navigation

01.06.2016 > Dokument

Digitaler Binnenmarkt: Grenzen für digitale Inhalte abschaffen

Der vzbv fordert, grenzübergreifenden Zugang zu digitalen Inhalten zu ermöglichen
Quelle: 
Antonio Guillem - fotolia.com
  • Strategie zum digitalen Binnenmarkt der EU-Kommission muss konsequent umgesetzt werden.
  • Portabilitätsverordnung ist nur ein erster Schritt, grenzüberschreitender Zugang zu digitalen Inhalten muss ermöglicht werden.
  • Umfrage zeigt: Mehrheit der Verbraucher will Zugang zu digitalen Inhalten über Ländergrenzen hinweg.

Verbraucher sind innerhalb der EU viel unterwegs – ob beruflich oder privat. Die Lieblingsserie beim Streaming-Anbieter aus der Heimat anzuschauen, geht dann oft nicht, der Zugriff wird verwehrt. Ebenso bleibt der Bildschirm oft schwarz, wenn Verbraucher Dienste aus anderen Ländern nutzen wollen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert von der EU, dass sie sich für einen digitalen Binnenmarkt einsetzt und die bestehenden Grenzen im Netz konsequent abbaut.

„Dass ich meine abonnierten Dienste auch unterwegs nutzen kann, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die Portabilitätsverordnung der EU kann daher nur ein erster Schritt zu einem echten digitalen Binnenmarkt sein. Die EU-Kommission muss die Reform des Urheberrechts richtig anpacken und Verbrauchern Zugang zu digitalen Inhalten über Ländergrenzen hinweg ermöglichen“, sagt Lina Ehrig, Teamleiterin Digitales und Medien beim vzbv.

Im Rahmen der Veranstaltung „Geoblocking in the digital single market“ diskutiert der vzbv heute mit Vertretern der EU-Kommission, des Europäischen Parlaments, aus Filmwirtschaft und Wissenschaft, wie ein Interessenausgleich zwischen Produzenten und Konsumenten funktionieren kann.

Der vzbv fordert:

  • Kein Zeitlimit: Der Vorschlag der EU-Kommission sieht keine zeitliche Begrenzung für die Portabilität von Online-Diensten im Ausland vor. Das muss so bleiben, da sich Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen auch für längere Zeit in anderen EU-Ländern aufhalten.
  • Dienste berücksichtigen, die Verbraucher mit Daten zahlen: Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten dürfen nicht zulassen, dass der Verordnungsvorschlag verwässert wird. Portabilität muss auch für vermeintlich kostenlose Dienste gelten, bei denen Verbraucher mit ihren persönlichen Daten zahlen.
  • Blockaden aufheben: Verbraucher aus einem EU-Staat sollten Online-Inhalte aus allen anderen EU-Ländern beziehen können. Sie müssen Zugang zu vielfältigen digitalen Angeboten haben, die grenzüberschreitend, zu jeder Zeit, zu fairen Preisen und zu transparenten Bedingungen verfügbar sind.
  • Passive Verkäufe erlauben: Auch wenn Anbieter digitale Inhalte nicht aktiv in andere EU-Mitgliedsstaaten bewerben, sollten sie diese an Verbraucher verkaufen können, wenn sie wollen. Inhaber von Medienrechten dürfen Dienste-Anbietern nicht verbieten, digitale Inhalte an Verbraucher aus anderen EU-Staaten zu verkaufen.

Umfrage zeigt: Verbraucher wollen Filme, Musik oder Sportsendungen grenzüberschreitend nutzen

72 Prozent der Verbraucher wollen digitale Inhalte auch unterwegs nutzen können. 73 Prozent wollen Zugang zu digitalen Inhalten aus anderen EU-Ländern haben. Das zeigte eine Umfrage von TNS-Emnid im Auftrag des vzbv im März 2016.

Mehr zu den Forderungen des vzbv sowie Daten und Fakten zu Geoblocking und Portabilität von digitalen Inhalten lesen Sie im Positionspapier des vzbv sowie im Faktenblatt. Alle Dokumente werden auch auf Englisch zur Verfügung gestellt. Die Infografiken stehen zum Download zur Verfügung.

Downloads

Stellungnahme des vzbv zur Portabilität | 1. Juni 2016
Position of the Federation of German Consumer Organisations on cross-border portability of online content | 1st of June 2016
Geoblocking - Grenzen für digitale Inhalte abschaffen | Faktenblatt des Verbraucherzentrale Bundesverbands
Geo-Blocking – Tearing down Borders for digital Content | Factsheet Verbraucherzentrale Bundesverband
Infografik: Zugang zu Medien aus dem EU-Ausland | druckfähige Grafik zur Verwendung
Infografik: Abos für Online-Medien auf Reisen nutzen | druckfähige Grafik zur Verwendung
Infographic Accessing media from other EU countries | Federation of German Consumer Organisations
Infographic: Accessing online media while travelling | Federation of German Consumer Organisations