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29.03.2012 > Dokument

Die PKV verbrauchergerechter gestalten

Positionspapier des Verbraucherzentrale Bundesverbandes
Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Privatkassen erhöhen teilweise massiv die Beiträge und erschweren einen Wechsel in kostengünstigere Tarife. So lautet der Vorwurf der Verbraucherzentralen nach einer bundesweiten Auswertung der Beschwerden von Privatversicherten.

Der vzbv und die Verbraucherzentralen fordern die Bundesregierung auf, den Wechsel in einen günstigen Tarif beim Versicherer zu vereinfachen und allen PKV-Versicherten den Wechsel zu einem anderen Anbieter zu ermöglichen. Darüber hinaus ist eine grundlegende Reform der privaten Krankenversicherung überfällig.

In einer bundesweiten Aktion haben die Verbraucherzentralen Beschwerden von Privatversicherten zur aktuellen Preiserhöhungswelle gesammelt. Zwar sind die Zahlen Ergebnisse einer nicht repräsentativen Stichprobe, aber die vorliegenden Beschwerden belegen, dass einige Anbieter ihren Kunden Beiträge zumuten, die diese nach eigenen Aussagen im Ruhestand auf keinen Fall mehr zahlen könnten. Die Erhebung zeigt aber auch, dass der Wechsel in einen kostengünstigeren Tarif nicht problemlos durchgeführt werden kann. Es besteht akuter politischer Handlungsbedarf.

Das Bundesministerium der Justiz muss die nachstehenden Forderungen in den Gesetzesentwurf zur Änderung versicherungsrechtlicher Vorschriften einfließen lassen.

Das Recht auf einen Tarifwechsel ist verbrauchergerechter zu gestalten

  • Bei allen Beitragserhöhungen ist der Versicherungsnehmer auf Tarife hinzuweisen, die einen gleichartigen Versicherungsschutz wie die bisher vereinbarten Tarife bieten, die nicht geschlossen sind und bei denen eine Umstufung zu einer Prämienreduzierung führen würde.
  • Über den Antrag auf Tarifwechsel hat der Versicherer spätestens nach zwei Wochen zu entscheiden. Die Frist beginnt mit Eingang des Antrags beim Versicherer. Ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich, verlängert sich die Frist auf acht Wochen.
  • Neue Tarife müssen so gestaltet sein, dass ein Tarifwechsel aus den geschlossenen Tarifen ohne Gesundheitsprüfung möglich ist.
  • Für den Tarifwechsel dürfen keine Gebühren erhoben oder Prämienerhöhungen begründet werden.

Eine Beitragserhöhung ist auch dann unzulässig, wenn das Versicherungsunternehmen wissentlich von den ursprünglichen Kalkulationsgrundlagen abweicht.

Die für die nach dem 1. Januar 2009 abgeschlossen Verträge eingeführte Möglichkeit, seinen Anbieter zu wechseln, wird auf alle PKV-Versicherte erweitert, sodass bei einer Kündigung eines Vertrags und dem gleichzeitigen Abschluss eines neuen Vertrags ein Teil der Alterungsrückstellungen erhalten bleibt und an den neuen Versicherer übergeht.

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