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05.05.2011 > Dokument

Das neue Versorgungsgesetz - Abbau von Über-, Unter- und Fehlversorgung

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Positionspapier des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zum Eckpunktepapier zum Versorgungsgesetz (Stand 8. April 2011)

Zusammenfassung

Die Versorgung der Patienten muss verbessert werden, nicht die der Stakeholder
Ausgangspunkt der vorliegenden Gesetzesinitiative ist die seit langem bestehende Erkenntnis, dass in Deutschland Über-, Unter- und Fehlversorgung nebeneinander bestehen. Deshalb werden die Patientinnen und Patienten wesentlich schlechter versorgt, als der enorme Ressourceneinsatz im Gesundheitswesen es eigentlich ermöglichen würde:
  • Überversorgung: Viele und vor allem auch hochspezialisierte Behandlungseinrichtungen konzentrieren sich in urbanen Regionen mit hohem Durchschnittseinkommen. Die ansässigen Patienten erhalten zu viele medizinische Leistungen. Das hat nicht nur hohe Kosten zur Folge; mit jeder Behandlung ist auch das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen verbunden.

  • Unterversorgung: In ländlichen Regionen und strukturschwachen Stadtvierteln fehlen Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere in der Grundversorgung mit Haus- und Kinderärzten sowie Fachärzten mit breitem, versorgungsorientiertem Leistungsspektrum. Lange Wartezeiten und Anfahrtswege sowie generell zu wenig medizinische Behandlung fördern Chronifizierungen und damit vermeidbare und letztlich teure gesundheitliche Beeinträchtigungen.

  • Fehlversorgung: Patientinnen und Patienten erreichen häufig nicht die Versorgungsangebote, die für ihren Bedarf das geeigneteste Leistungsspektrum aufweisen. Statt einer kontinuierlichen, zuwendungsorientierten Betreuung erhalten sie hochspezialisierte Leistungen - oder umgekehrt. Besonders die Versorgung mit fachinternistischen Angeboten ist oft zufallsgesteuert. Beim Übergang zwischen den Sektoren, insbesondere bei der Entlassung aus dem Krankenhaus, tun sich gefährliche Versorgungslücken auf.

Eine Reform der Versorgungssteuerung, die diese Probleme beseitigen soll, muss sich konsequent am medizinischen Bedarf der Bevölkerung ausrichten. Dem stehen die Interessen der Akteure entgegen: Niedergelassene Ärzte wollen Freizügigkeit, möglichst keine Belastungen durch Notdienste und die Freiheit, jene Leistungen anzubieten, die ihnen möglichst hohe Einnahmen sichern. Die Länder wiederum wollen die Freiheit, Klinikkapazitäten nach Maßgabe lokalpolitischer Überlegungen planen zu können und Einnahmequellen in Leistungsbereichen zu erschließen, die bisher der ambulanten Versorgung vorbehalten waren. In diesem Spannungsfeld der Klientelpolitik verliert sich der vorliegende Maßnahmenkatalog.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert:
Die Versorgungsplanung muss konsequent am medizinischen Bedarf der Bevölkerung orientiert werden. Wichtigste Maßnahmen sind dabei
:
  • die zuverlässige Erfassung der Morbidität
  • eine bedarfsgerechte, sektorübergreifende Kapazitätsplanung unter Einbezug räumlicher Gegebenheiten
  • der konsequente Abbau von ambulanter wie stationärer Überversorgung und
  • die Gewährleistung einer transparenten, qualitativ hochwertigen Versorgung

Das ausführliche Positionspapier Abbau von Über-, Unter- und Fehlversorgung - Den Blick auf den Bedarf der Patienten richten finden Sie im Download (9 Seiten).

Den Link zum Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministeriums zum Versorgungsgesetz finden Sie im Download.

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