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26.11.2012 > Dokument

Das geplante Honoraranlageberatungsgesetz verkennt die Probleme

Stellungnahme zum Entwurf des Honoraranlageberatungsgesetzes
Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Die Honorarberatung soll auf nationaler Ebene durch das Honoraranlageberatungsgesetz reguliert und gestärkt werden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die Regulierung der Honorarberatung als Zwischenschritt zu einem gänzlichen Verbot von Provisionen in der Zukunft. Allerdings verkennt der Entwurf in seiner Problemanalyse die tatsächlichen Probleme am Markt für Finanzberatung. Der vorliegende Referentenentwurf greift immerhin einige Vorschläge des vzbv für eine Regulierung der Honorarberatung auf.

So ist ein öffentliches Zulassungsregister vorgesehen. Es werden Informations- und Aufklärungspflichten über Status und Vergütung des Honorarberaters formuliert. Und es wird per Grundsatz verankert, dass die Honorarberatung nicht mit der provisionsfinanzierten Vermittlung vermischt werden darf.

Das Problem am Markt für Finanzberatung ist, dass die Beratung nicht dem Bedarf des Ratsuchenden entspricht. Dieses grundsätzliche Problem wird in dem Referentenentwurf nicht ausreichend beachtet. Ebenfalls nicht schlüssig ist die Annahme, dass durch eine Regulierung der Honoraranlageberatung die mangelnde Transparenz in der provisionsgeleiteten Finanzvermittlung beseitigt wird. Außerdem zielt der Referentenentwurf darauf ab, die Honorarberatung nur für diejenigen Finanzprodukte und -dienstleistungen zu regulieren, die durch das Wertpapierhandelsgesetzt bzw. Vermögensanlagengesetz abgedeckt werden.

Ein solcher partieller Ansatz widerspricht der Grundlogik einer Honorarberatung. Da diese nur den Interessen und Wünschen des Kunden verpflichtet ist, muss sie grundsätzlich einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Ein Honorarberater muss deshalb in der Lage sein, aus dem gesamten Spektrum von Finanzprodukten optimale individuelle Lösungen für seine Kunden zu entwickeln. Er darf dadurch weder durch eine segmentierte Regulierung der Honorarberatung gehindert werden, noch dürfen dadurch unregulierte Freiräume und Grauzonen entstehen.

Die ausführlichen Kommentare und Begründungen finden Sie in unserer Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente (Honoraranlageberatungsgesetz).

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