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28.03.2008 > Dokument

Das Europäische Kennzeichnungsrecht für Lebensmittel modernisieren

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zum Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates
betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel
(EG) Nr. … (KOM(2008) 40 endgültig vom 30.01.2008

Den Link zum Vorschlag des Parlaments finden Sie im Anhang

Vorbemerkung
Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt das Vorhaben der Europäischen Kommission, das Europäische Kennzeichnungsrecht für Lebensmittel in der Europäischen Union grundsätzlich zu aktualisieren und zu modernisieren. Allerdings muss die Rechtsetzung in diesem Bereich an die geänderten Bedürfnisse und Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich des Informationsgehaltes von Lebensmitteletiketten und hinsichtlich der Kenntlichmachung von nicht verpackten Lebensmitteln angepasst werden. Außerdem sollen diese Informationen den Verbraucher unterstützen, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen.

Grundsätzliche Bemerkungen
Lebensmittelkennzeichnung ist heutzutage der direkteste Weg für Verbraucher, sich über Lebensmittel, die sie kaufen wollen, zu informieren.
Eine Kennzeichnung beziehungsweise Information über Lebensmittel muss deshalb klar, unmissverständlich und deutlich lesbar sein. Sie darf keineswegs täuschen oder irreführen. Das Informationsbedürfnis der Verbraucher hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt, Lebensmittelskandale und -krisen haben das Bewusstsein und das Interesse der Verbraucher an weitergehenden Informationen über Lebensmittel geweckt. Es reicht nicht mehr aus, dem Verbraucher lediglich Angaben zum Produkt zu geben, sondern er fordert vielmehr auch Informationen zu den Rohstoffen, zu Produktionsverfahren in Land- und Lebensmittelwirtschaft oder Angaben zum Erzeugungs- und/oder Herstellungsort.

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen und Verbraucherbefragungen der letzten Jahre haben bestätigt, dass das Kennzeichnungsrecht weiterentwickelt, aber keinesfalls reduziert oder durch Selbstverpflichtungen der Wirtschaft "verwässert" werden sollte. Der Verbraucher will Informationen zum "Lebenslauf" eines Produktes, das heißt er will bei seinen Kaufentscheidungen nicht nur die Produktqualität, sondern auch Prozessqualität berücksichtigen. Dem muss bei der Überarbeitung des Kennzeichnungsrechts Rechnung getragen werden. Zum Beispiel sollte geregelt werden, dass dem Verbraucher auch objektive Informationen zur landwirtschaftlichen Erzeugung (Tierhaltung, Tierfütterung, landwirtschaftliche Produktionsart) und zu den angewendeten Produktionsverfahren gegeben werden, insbesondere auch dann, wenn diese werblich herausgestellt werden.

Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes ist es weiterhin notwendig, die Grundelemente der Kennzeichnung beizubehalten - die so genannten "Essentials": das heißt, die Bezeichnung des Produktes (Verkehrsbezeichnung), die Zutatenliste, das Mindesthaltbarkeits- beziehungsweise das Verbrauchsdatum, die Mengenangabe, Zubereitungs- und/oder Aufbewahrungshinweise (Gebrauchsanweisung) und die Angabe des Herstellers oder sonstigen Inverkehrbringers. Ausdrücklich begrüßt werden die Regelungen zur Pflichtangabe/Pflichtinformation allergener Potentiale auch bei unverpackten Lebensmitteln. Insbesondere begrüßen wir auch, dass erstmalig Regelungen zur Darstellungsform vorgesehen sind.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt die Einbeziehung der wichtigsten Einzelrichtlinien in diesem Verordnungsentwurf.

Ausdrücklich stimmt der Verbraucherzentrale Bundesverband der Wahl des Instrumentes Verordnung zu, da dadurch langwierige Umsetzungsverfahren in jeweiliges nationales Recht vermieden werden.

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