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20.11.2014 > Dokument

Besserer Schutz für Kinder und Jugendliche

Stellungnahme des vzbv zur Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags
Quelle: 
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Computer, Fernsehen, Smartphone – die Nutzung verschiedener Medien und digitaler Dienste ist für Kinder und Jugendliche Alltag. Der aktuell geltende Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) aus dem Jahr 2003 deckt die Herausforderungen und Gefahren für Kinder und Jugendliche in einer digitalisierten Gesellschaft nur unzureichend ab. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt daher die Bestrebungen der Bundesländer, den JMStV zu novellieren und die Eckpunkte in einem transparenten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Unternehmen zu diskutieren.

„Kinder und Jugendliche müssen vor entwicklungs- und erziehungsbeeinträchtigenden Inhalten geschützt werden. Hier müssen die Anbieter in die Verantwortung genommen und ein sinnvoller Regelungsrahmen geschaffen werden“, sagt Carola Elbrecht, Projektleiterin des vzbv-Projekts Verbraucherrechte in der digitalen Welt. Der vzbv hat jetzt im Rahmen der zweiten Runde der Online-Konsultation der Bundesländer eine Stellungnahme abgegeben und erneut zentrale Forderungen für einen wirksamen und zukunftsfähigen Schutz von Kindern und Jugendlichen aufgestellt:

Europaweites PEGI-System für Spiele

Das europaweit genutzte und von der Europäischen Kommission nachdrücklich unterstützte Informationssystem für Spiele " Pan European Game Information" (PEGI) berücksichtigt für die Alterseinstufung bereits Aspekte wie Sprache, Diskriminierung oder Glücksspielelemente. Für Angebote, die sich an deutsche Verbraucher richten, wären Bewertungskriterien wie Datenschutz und Datensicherheit inklusive datenschutzfreundlicher Voreinstellungen, Werbung, Chats, Bezahlangebote oder Hilfe- und Kontaktmöglichkeiten zum Anbieter denkbar.

Jugendschutzbeauftragte bei allen Anbietern

Anbieter von Telemediendiensten, die sich an Kinder richten, sollten dazu verpflichtet werden, eigene Jugendschutzbeauftragte zu bestellen. Bislang ist diese Regelung nur auf Telemedien mit entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalte beschränkt. Aber: Kinder werden in der Anonymität des Internets mit problematischen Inhalten konfrontiert. Auch auf Webseiten mit Chatrooms speziell für Kinder oder Jugendliche kommt es immer wieder unter anderem zu herabwürdigenden, sexistischen, rassistischen oder beleidigenden Übergriffen.

Einheitliche Alterskennzeichnung für Apps und Sanktionen bei Verstößen

Die Alterskennzeichnung für Apps sollte nicht nur verbindlich für alle Anbieter sein, sondern sollte auch plattformübergreifend einheitlichen Standards zugrunde liegen. Derzeit stellt jede Plattform (etwa von Google, Apple, Microsoft oder Amazon) den App-Anbietern eigene Bewertungskriterien zur Verfügung. Darüber hinaus müssten Plattformbetreiber bei Falschangaben von App-Anbietern auf ihren Seiten in die Pflicht genommen werden: Bei Falschangaben, zum Beispiel hinsichtlich der Altersangabe, müssen diese ab Kenntnis dafür sorgen, dass eine Korrektur vorgenommen wird. Gegebenenfalls muss die App von der Plattform entfernt werden.

Verbraucherbildung als Pflichtunterricht in der Schule

„Unabhängig von Vorschriften und Regelungen für Anbieter muss die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen verbessert werden. Dafür brauchen auch Eltern und Lehrer Unterstützung“, sagt Carola Elbrecht. Der vzbv fordert daher schon lange Verbraucherbildung als Pflichtunterricht in der Schule und unterstreicht diese Forderung anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte am 20. November 2014.

Weitere Anmerkungen und Forderungen des vzbv sind der Stellungnahme zu entnehmen.

Verbraucherrechte in der digitalen Welt

Das Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“ hilft Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich sicher online zu bewegen und wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz finanziell gefördert.

Downloads

Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags | Stellungnahme des vzbv zum Eckpunktepapier | 17. November 2014
Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags | Stellungnahme des vzbv zur Alterskennzeichnung | 19. Mai 2014