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29.09.2008 > Dokument

Antibiotikaresistenzen - Erkenntnisse aus der Veterinärpraxis konsequenter umsetzen

Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Stellungnahme zur Antibiotikaresistenzstrategie
Kommentierung des Beitrages des Bundesverbraucherministeriums (BMELV) für eine nationale Antibiotikaresistenzstrategie (ABR-Strategie) für den Veterinärbereich


Strategie zur Erkennung, Prävention und Kontrolle von Antibiotika-Resistenzen in Deutschland - Erster Entwurf zur Abstimmung mit betroffenen Akteuren vorgelegt vom Bundesministerium für Gesundheit (www.bmg.bund.de)

Hintergrund
Im Juni 2008 hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf einer Veranstaltung den Strategieentwurf zur Erkennung, Prävention und Kontrolle von Antibiotikaresistenzen in Deutschland vorgestellt. Nun hat das Bundesverbraucherministerium (BMELV) den Entwurf für den Veterinärteil einer gemeinsamen Strategie mit dem BMG vorgelegt, zu dem der Verbraucherzentrale Bundesverband nachfolgend Stellung nimmt.
Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Ressortabstimmung im Oktober und eine Befassung des Kabinetts im November 2008.
Am 18.11.2008, dem "European antibiotic awarness day", soll die Gesamtstrategie in Berlin im Rahmen einer Veranstaltung veröffentlicht werden.

Forderung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes
  • Antibiotika-Leitlinien zur guten fachlichen Praxis im Umgang mit Antibiotika in der Tierhaltung müssen baldmöglichst abgestimmt und verbindlich gemacht werden.

  • Die Art der Tierhaltung und die zulässigen Tierdichten müssen auf das Problem der Antibiotikaresistenzen ausgerichtet werden.

  • Zukünftige nationale Maßnahmen zur Minimierung von Antibiotikaresistenzen müssen auch in aktuelle Diskussionen um die Düngeverordnung oder das Umweltgesetzbuch einfließen. So sollten Höchstgehalte an Rückständen von Antibiotika in der Düngeverordnung vorgesehen werden.

  • Daten und deren Bewertung, die in den jährlichen Antibiotikaresistenzbericht einfließen, sollen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

  • Forschung muss verstärkt erfolgen zur Klärung der Frage, welche Rolle die Lebensmittel bei der Übertragung resistenter Gene spielen. Dazu sollen auch die Lebensmittel verarbeitenden Unternehmen und der Lebensmittel-Einzelhandel, beispielsweise in Form von einem verpflichtenden Monitoring, stärker in die Pflicht genommen werden.

Stellungnahme im Einzelnen
Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt sehr, dass sich das BMG und das BMELV gemeinsam mit dem Thema Antibiotikaresistenzen befassen und eine gemeinsame Strategiediskussion führen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband nimmt Stellung zu dem Entwurf für den Veterinärteil einer gemeinsamen Strategie mit dem BMG, der uns zur Kommentierung vom BMELV übersendet wurde.
Der Entwurf hat aus unserer Sicht bisher eher den Charakter einer Status Quo Analyse, die als erster Schritt zur Erarbeitung einer Strategie sicherlich von Bedeutung ist.
Zu einer tatsächlichen Strategie gehört aus unserer Sicht im nächsten Schritt eine Abwägung und Festlegung von Maßnahmen, die dazu dienen sollten das Problem zu lösen beziehungsweise abzumildern. Dies kommt in Punkt 4 "Zukünftige nationale Maßnahmen zur Minimierung von Antibiotikaresistenzen" zu kurz.

Die gesamte Stellungnahme finden Sie im Download.

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