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21.08.2012 > Dokument

Alternative Investmentfonds: Für Privatkunden nicht geeignet

Stellungnahme zur geplanten Umsetzung der Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds
Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf werden die Umsetzungsakte der Investmentfonds-Richtlinie und der Richtlinie zu alternativen Investmentfonds (AIFM) im Kapitalanlagegesetzbuch zusammengeführt. Gleichzeitig werden gerade erst getroffene Regelungen im Gesetz über Vermögensanlagen teilweise wieder aufgehoben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht neben einzelnen Aspekten im Produkt das zentrale Problem im Vertrieb dieser Kapitalanlageprodukte. Er spricht sich dafür aus, den Vertrieb von hochspekulativen Finanzprodukten in Deutschland nur an professionelle Kunden zuzulassen.

Schließlich gibt es bei allen Anlegern zugänglichen Kapitalanlagen Produktkategorien, die für den normalen Verbraucher ungeeignet sind und deshalb auch nicht für den Vertrieb an sie zugelassen werden sollten. Die AIFM-Richtlinie geht von einem solchen grundsätzlichen Verbot aus und stellt es in das Ermessen der Mitgliedsstaaten, den Vertrieb an Privatkunden zu erlauben.

Schärfere Beaufsichtigung des Vertriebs

Dementsprechend muss dafür gesorgt werden, dass der Vertrieb einer einheitlichen und effizienten Aufsicht unterstellt wird. Dies kann nach Auffassung des vzbv nur die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gewährleisten. Zusätzlich müssen sämtliche Zuwendungen an den Verkäufer der Kapitalanlageprodukte in Euro und Cent verpflichtend offengelegt werden

Weniger Schutz bei geschlossenen Fonds

Bestehende offene Immobilienfonds sollen erhalten bleiben, die Neuauflage solcher Fonds soll nicht mehr möglich sein. Verbraucher sollen in Zukunft nur noch in geschlossene Publikumsfonds in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft investieren können. Der vzbv spricht sich zunächst dafür aus, erst einmal die ab dem 01.01.2013 in Kraft tretende Neuregelungen zu evaluieren und danach darüber zu entscheiden, ob die dort getroffenen Regelungen ausreichen oder ob tatsächlich nachgesteuert werden muss.

Aus der Beratungspraxis ist bekannt, dass die fehlende Risiko- und Produktaufklärung im Vertrieb das zentrale Verbraucherproblem ist. Offene Immobilienfonds in der bestehenden Rechtsform sind bei einer umfänglichen Aufklärung über die Fristeninkongruenz eine sinnvolle Möglichkeit, als Kleinanleger an der Wertschöpfung im Immobilienbereich zu partizipieren. Der vzbv befürchtet, dass mit genau diesem Argument dann in Zukunft ausschließlich geschlossene Fonds verkauft werden. Dies geschieht aber zum Nachteil des Verbrauchers, weil dabei nicht annähernd das gleiche Schutzniveau gewährleistet ist.

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