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20.11.2014 > Dokument

Allergenkennzeichnung loser Ware: Mündliche Information schafft Unsicherheit

Bäcker in Bäckerei mit Brotkorb im Arm
BMEL weicht vom Grundsatz der schriftlichen Information ab
Quelle: 
gstockstudio - Fotolia.com

Die Bundesregierung hat einen Verordnungsentwurf vorgelegt, wie in Zukunft Stoffe oder Erzeugnisse, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen, gekennzeichnet werden sollen. Das betrifft unverpackte Lebensmittel wie Wurst- oder Backwaren an der Frischetheke. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert den Entwurf als deutlichen Rückschritt: Verbraucher werden danach immer noch nicht zwingend schriftliche Informationen zu Allergenen erhalten.

„Die ab 13. Dezember 2014 verpflichtende Kennzeichnung bei loser Ware muss verbraucherfreundlicher ausgestaltet werden“, fordert Sophie Herr, Leiterin des Teams Lebensmittel beim vzbv. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) weicht in seinem Entwurf von dem bisherigen Grundsatz ab, dass es für diese Waren – wie auch für verpackte Lebensmittel - in der Regel schriftliche Informationen zu enthaltenen Allergenen geben soll.

Stattdessen wird nun nicht mehr nur in Ausnahmefällen, sondern in der Regel, die Möglichkeit der mündlichen Information zugelassen. In diesem wesentlichen Punkt fällt dieser Vorschlag hinter den Entwurf vom Juli 2014 zurück.

Schulungspflicht für Personal in Gastronomie und Handel

Der vzbv fordert eine Schulungspflicht für das Personal in Gastronomie und Handel zu allergenen Zutaten und Verarbeitungsstoffen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil eines gehobenen Schutzniveaus für betroffene Verbraucher. Auch die Wahrung der Persönlichkeitsrechte der von Allergien und Unverträglichkeiten betroffenen Verbraucher sieht der vzbv gefährdet.

Dokumentation für allergene Stoffe auch für Verbraucher

An anderer Stelle wurde nachgebessert: Die Bundesregierung ist der Forderung des vzbv nachgekommen, dass eine Dokumentation über enthaltene allergene Stoffe nicht nur der Lebensmittelüberwachung, sondern auch Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden soll. Bedauerlicherweise wird dies nach dem aktuellen Verordnungsentwurf nur auf Nachfrage der Fall sein. Zudem macht der Verordnungsentwurf keine genauen Vorgaben, wie eine solche Dokumentation für den Verbraucher verständlich aufgearbeitet sein soll. Hier wäre ein Leitfaden für die Unternehmen hilfreich, um eine einheitliche Form der Dokumentation zu erreichen und Verbrauchern einen schnellen Überblick zu ermöglichen.

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