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12.12.2012 > Dokument

Ältere Menschen als Verbraucher

Untersuchung des vzbv auf Grundlage der Altenberichte
Quelle: 
Peter Atkins – fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die beiden letzten Berichte zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland aus Verbrauchersicht analysiert. Aus dieser Untersuchung leitet er verbraucherpolitische Forderungen an Politik und Wirtschaft ab. Das vzbv-Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Die Bundesregierung berichtet dem Deutschen Bundestag in der Regel einmal pro Legislaturperiode über die Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland. Diese so genannten „Altenberichte“ werden jeweils von einer eigens für diesen Zweck einberufenen Sachverständigenkommission erarbeitet. Sie enthalten neben einer aktuellen Bestandsaufnahme jeweils bestimmte wechselnde Themenschwerpunkte sowie Empfehlungen an die Politik.

Der 5. Altenbericht (BMFSFJ, Berlin 2005) kann als Plädoyer für die Verlängerung der Erwerbstätigkeit verstanden werden. Der 6. Altenbericht (BMFSFJ, Berlin 2010) beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die zur besseren Akzeptanz Älterer in der Gesellschaft notwendig sind, und kritisiert in diesem Zusammenhang negative Altersbilder.

Die Altenberichte handeln primär von den wirtschaftlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten in einer älter werdenden Gesellschaft. Das Thema „Ältere Menschen als Verbraucher“ wird darin vernachlässigt und in der öffentlichen Diskussion allenfalls unter dem Stichwort „Seniorenmarketing“ betrachtet. Dabei geht es um die ältere Bevölkerung als relevante Zielgruppe, deren Kaufkraft es auszuschöpfen gilt.

Untersuchung der Altenberichte und vzbv-Forderungen

Die Analyse der vorliegenden „Altenberichte“ wird ergänzt durch eigene Recherchen und Befragungen der Mitgliedsverbände des vzbv, die in Kontakt mit älteren Verbraucherinnen und Verbrauchern stehen. Die Ergebnisse und Empfehlungen wurden in einem abschließenden Workshop diskutiert. Aus Verbrauchersicht lassen sich die Schlussfolgerungen in vier Bereiche untergliedern:

  • Die Herausforderungen des demografischen Wandels erfordern ein generelles Umdenken in der Gesellschaft. Ältere Menschen und ihre Bedürfnisse müssen gesamtgesellschaftlich mehr Berücksichtigung finden. Daraus ergeben sich viele weitere Forderungen an spezielle Akteure.
  • In der Marktwirtschaft kommt den Anbietern die entscheidende Rolle in der Gestaltung der wirtschaftlichen Prozesse zu. Es ergeben sich daher zahlreiche differenzierte Forderungen an die Anbieter von Waren und Dienstleistungen.
  • Der Rahmen, den die Politik liefert, muss sich ebenfalls den Erfordernissen einer älter werdenden Gesellschaft anpassen.
  • Schließlich ergeben sich auch für die Verbraucherorganisationen neue Anforderungen unter den Bedingungen des demografischen Wandels.

Diesen Erkenntnissen aus den Altenberichten stellt der vzbv im Untersuchungsbericht einen 10-Punkte-Forderungskatalog zur Seite. Die Forderungen richten sich an alle genannten Akteure und deren Umsetzung kann zur Verbesserung der Lage der älteren Verbraucher beitragen.

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