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26.11.2012 > Pressemitteilung

Mehr Sicherheit bei Mobile Commerce

vzbv stellt Gutachten vor und fordert die Einrichtung eines Forums Mobile Commerce
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Mobiltelefone werden mehr und mehr zu Verkaufsberatern, Ladentheken und Geldbörsen. Mit den neuen Chancen von Smartphone und Apps entstehen neue Risiken: Geo-Lokalisierung und Nutzerprofile erstellen einen digitalen Fußabdruck, den Verbraucher nur schwer kontrollieren können. Die Möglichkeit, mobil zu bezahlen, erschwert zudem den Überblick über die eigenen Ausgaben. Das zeigt eine aktuelle Studie, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) heute in Berlin vorstellt und gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft diskutiert.

Der Verband fordert die Bundesregierung auf, ein Forum Mobile Commerce einzurichten, das sich in einer Gesamtsicht mit den neuen Schnittstellen befasst. vzbv-Vorstand Gerd Billen: „Mit dem Smartphone hält der Verbraucher ein neues Machtinstrument in der Hand, das sich gegen ihn wenden kann. Wir müssen die Chancen nutzen, ohne die Risiken aus dem Blick zu lassen. Sonst sind es die Datensammler, die die Macht haben, Verbraucher am Gängelband führen und so das große Geschäft machen.“

Marktsättigung bei Mobiltelefonen – Marktsteigerung bei Mobile Commerce

Laut Bundesnetzagentur verfügte bereits im Jahr 2006 statistisch gesehen jeder Bundesbürger über ein Mobiltelefon. Ende 2011 lag die Marktabdeckung im Mobilfunk bei 140 Prozent. 43 Prozent aller verkauften Handys waren Smartphones. Mit immer mehr Smartphones und Tablets steigt auch die Nachfrage nach mobilen Datendiensten: 2,9 Millionen Verbraucher in Deutschland nutzten ihr mobiles Endgerät bereits 2011 für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Mehr als fünf Millionen Menschen informierten sich vor dem Kauf einer Ware mithilfe einer Mobile-Shopping-App.

Positiv: Verbraucher erhalten passend zu ihrer jeweiligen Situation Informationen – die nächste Bahnverbindung, den besten Preis oder Testergebnisse zu Produkten und Geschäften. Sie haben bessere Vergleichsmöglichkeiten und können Hintergrundinformationen zum Beispiel über Schadstoffe und Lieferketten abrufen. Negativ: Es werden viel mehr Daten gesammelt, als für den Dienst erforderlich sind.

Agieren am Rande der Legalität

Oft ist den Verbrauchern gar nicht bewusst, welche Daten gespeichert werden – und wie sie diese wieder löschen können. Viele App-Anbieter umgehen geltendes Recht. So ist zum Beispiel gemäß Telekommunikationsgesetz die Lokalisierung nur nach vorheriger Zustimmung zulässig. Dennoch senden laut Stiftung Warentest einige Apps Standortdaten unverschlüsselt oder übermitteln sie ohne Einwilligung der Nutzer an Dritte.

„Viele Apps agieren am Rande der Legalität“, sagt Gerd Billen. „Die Begehrlichkeit ist groß, die beim Mobile Commerce anfallenden Daten zu missbrauchen. Um Missbrauch zu vermeiden, braucht Deutschland einen effektiven und selbstbestimmten Datenschutz.“ So müsse für den Nutzer erkennbar sein, welche Daten zu seiner Person und seinem Verhalten abgelegt sind. Außerdem müsse er Daten wieder löschen können, die in seinem Profil hinterlegt sind. „Persönliche Daten gehören Personen, nicht Applikationen. Wir müssen sicherstellen, dass die Nutzer die Kontrolle über ihre Daten wiedererlangen“, so Billen.