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04.05.2017 > Pressemitteilung

Mehr frische Lebensmittel online

Amazon bringt Bewegung in den Online-Lebensmittelmarkt
Quelle: 
highwaystarz - fotolia.com
  • „Amazon Fresh“ startet am 4. Mai in Deutschland.
  • Verbraucher könnten durch einen direkten Zugang zu lokalen Herstellern über den Onlinemarktplatz profitieren.
  • Die Konzentration im Lebensmittelhandel könnte mittelfristig aufgebrochen werden. Ein neues Monopol durch Amazon im Lebensmittelmarkt muss jedoch verhindert werden.

Seit dem 4. Mai 2017 ist Amazon mit seinem Dienst „Amazon Fresh“ auch in Deutschland aktiv. Damit steigt ein großer Anbieter im klassischen Onlinehandel in den Markt für frische Lebensmittel ein. Für Verbraucher kann das Vorteile bringen. Konzentrationstendenzen müssen aber bei Onlineriesen wie Amazon aufmerksam beobachtet werden.

„Verbraucher können durch den Onlinevertrieb von Lebensmitteln grundsätzlich profitieren: durch eine größeren Angebotsvielfalt und individuell angepasste Angebote“, sagt Sophie Herr, Lebensmittelexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Kleine, spezialisierte Produzenten greifen gezielt individuelle Konsum- und Lebensstile wie Convenience (Fertiggerichte), Nachhaltigkeit, Natürlichkeit oder Regionalität auf. Im Online-Direktvertrieb können sie ihre Produkte unkompliziert anbieten.

In London, wo Amazon Fresh bereits seit Mitte des Jahres 2016 auf dem Markt ist, verbindet der Anbieter seine Online-Dienste mit einem Marktplatz für lokale Händler. „Regionalität wird für Verbraucher immer wichtiger. Amazon könnte eine Plattform bieten, die Verbraucher mit Erzeugern aus ihrer Nähe vernetzt und gleichzeitig die notwendige Logistik vorhält“, so Herr.

Amazon als Marktmacht

Auch für den hochkonzentrierten Lebensmittelmarkt in Deutschland kann der Eintritt von Amazon Fresh Vorteile haben.

„Die vier großen Lebensmitteleinzelhändler haben derzeit einen Marktanteil von 85 Prozent. Eine Stärkung weiterer Onlinehändler kann diesen Markt aufmischen. Für Verbraucher könnte sich dadurch das Angebot verbessern“, so Linn Selle, Handelsexpertin beim vzbv. Bislang führen die Handelsunternehmen REWE und Edeka mit ihren Lieferdiensten auch im Onlinemarkt. Das könnte sich mit der Etablierung weiterer Akteure, wie etwa Amazon Fresh, ändern.

Neue Monopole verhindern

Amazon kann mit seinem neuen Angebot zwar den Lebensmittelmarkt potentiell aufmischen, die Bündelung von digitalen Dienstleistungen im Rahmen seines „Prime“-Angebots – von der Lebensmittelbestellung bis zum Musikstreaming– muss jedoch genau beobachtet werden. Damit auch im Onlinehandel der Wechsel zwischen Anbietern möglich bleibt, muss eine übermäßige Marktmacht durch Amazon vermieden werden. Kunden dürfen solche Bündelungseffekte nicht unumkehrbar von einem Anbieter abhängig gemacht werden.