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13.06.2017 > Pressemitteilung

Lebensmittel: Weniger Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten

Vorschläge des Bundesernährungsministers Christian Schmidt (CSU) kommen spät. Freiwilligkeit nicht ausreichend.
Quelle: 
Kitty - fotolia.com
  • vzbv begrüßt die Überlegungen des Bundesernährungsministers, Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten reduzieren zu wollen.
  • Vorschläge kommen kurz vor Ende der Legislaturperiode zu spät.
  • vzbv kritisiert: Hersteller müssten zur Umsetzung verpflichtet werden, das Prinzip Freiwilligkeit reicht nicht aus.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat mit dem Entwurf einer „Nationalen Strategie für die Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten“ Vorschläge für gesündere Fertigprodukte vorgestellt. Der vzbv begrüßt die Überlegungen der Bundesregierung, Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten den Kampf anzusagen. Die Vorschläge kämen aber viel zu spät.

„Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode besteht hier nur wenig Aussicht auf Erfolg. Und eine freiwillige Umsetzung erzeugt nicht genug Druck auf die Hersteller“, so Sophie Herr, Lebensmittelexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Süße Brausen, Fertigpizza oder Fruchtquark – überall lauern Zucker-, Fett- und Salzbomben in Fertigprodukten. „Um wirklich ein Umdenken bei Herstellern zu erreichen, brauchen wir eine verpflichtende Teilnahme der Unternehmen. Reduktionsziele müssen den Lebensmittelherstellern klar vorgegeben werden. Es geht um die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher“, so Sophie Herr. Für den vzbv steht bei der Festlegung der Reduktionsziele allerdings nicht die Schnelligkeit im Vordergrund, sondern die Gesundheit der Verbraucher. 

Auch Ersatzstoffe kritisch testen

Denn: Eine Verringerung der Energiedichte erscheint zunächst positiv. Sie darf aber nicht dazu führen, dass Zucker, Fett und Salz willkürlich durch andere Stoffe, etwa durch Süßstoffe, Fruchtzucker oder Geschmacksverstärker, ersetzt werden, um Haltbarkeit, Geschmack oder Konsistenz der Lebensmittel zu gewährleisten. Austauschstoffe sind nicht immer ernährungsphysiologisch sinnvoller. Daher braucht es Augenmaß und wissenschaftlich fundierte Bewertungen, wie sich diese Stoffe langfristig auf den Verbraucher auswirken können. Forschungsvorhaben sollten neben Innovations- und Austauschzielen eine entsprechende gesundheitliche Bewertung auch von Ersatzstoffen enthalten.

Verpflichtende Teilnahme aller Lebensmittelhersteller gefordert

Der vzbv fordert zudem eine verpflichtende Teilnahme aller Hersteller und des Lebensmittelhandwerks. Einzelne Unternehmen hatten bereits in der Vergangenheit Anläufe unternommen, um den Zucker-, Salz- und Fettgehalt in verarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren. Aus Sicht des vzbv reicht das aber im Ergebnis nicht aus, um flächendeckend Angebote zu verändern. Daher müssen Gesetzgeber, Unternehmen und Wissenschaft koordiniert vorgehen.

Grundsätzlich befürwortet der vzbv die Initiative der Bundesregierung mit Fokus auf die Produktgruppen der zuckergesüßten Erfrischungsgetränke, Brot und Brötchen, Frühstückscerealien, Joghurt- und Quarkzubereitungen und Tiefkühl-Pizzen. Diese werden vermehrt konsumiert und  die enthaltenen Mengen von Zucker, Salz und Fett sind für Verbraucher meist schwer einschätzbar.

Downloads

Nationale Strategie zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten | Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverbands zum Entwurf des BMEL | 09. Juni 2017

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