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19.11.2015 > Pressemitteilung

Fast-Food-Ketten sollen sich für weniger Antibiotika in Tierhaltung einsetzen

vzbv: auf routinemäßigen Einsatz von Antibiotika verzichten
Quelle: 
Photographee.eu - fotolia.com
  • Der Einsatz von Antibiotika aus der Humanmedizin in der Tierhaltung fördert Resistenzen.
  • Der vzbv fordert Fast-Food-Ketten auf, sich im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen stark zu machen.
  • Mit Antibiotika sollen nur einzelne kranke Tiere behandelt werden, keine ganzen Tiergruppen.

In der Europäischen Union sterben jedes Jahr rund 25.000 Menschen, weil lebensrettende Antibiotika nicht mehr wirken. Ein Grund für zunehmende Resistenzen ist der unsachgemäße und häufige Einsatz in der Nutztierhaltung. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat jetzt sieben Fast-Food-Ketten aufgefordert, sich für eine Begrenzung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung stark zu machen. Der vzbv beteiligt sich damit an einer Kampagne der internationalen Verbraucherschutzorganisation Consumers International.  

„Fast-Food-Ketten beziehen weltweit riesige Mengen an Milch, Eiern und Fleisch. Sie müssen ihren Beitrag für eine verantwortungsvolle Tierhaltung leisten und sich im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen stark machen“, sagt Sophie Herr, Leiterin des Teams Lebensmittel beim vzbv. Der Verband hat die Deutschlandzentralen von sieben Fast-Food-Unternehmen angeschrieben: McDonald’s, Kentucky Fried Chicken, Subway, Starbucks, Burger King, Pizza Hut und Vapiano.

Globaler Aktionsplan gefordert

Mit der Kampagne fordern Verbraucherschutzorganisationen weltweit die Unternehmen auf, einen globalen Aktionsplan mit klaren Zielen zu erarbeiten. So sollen sie unter anderem auf den routinemäßigen Einsatz von Antibiotika, die in der Humanmedizin verwendet werden, verzichten. Sie sollen sich zudem verpflichten, eine unabhängige Auditierung ihrer Antibiotikapolitik durchführen zu lassen, um die Erfolge dieser Politik messbar zu machen.

Der vzbv fordert, dass Antibiotika, die in der Humanmedizin verwendet werden, generell nur genutzt werden, um einzelne kranke Tiere zu behandeln. Ein Einsatz, um das Wachstum zu fördern, die Effizienz des Futtereinsatzes zu steigern oder um routinemäßig Krankheiten in der landwirtschaftlichen Tierhaltung vorzubeugen, sollte weltweit strikt verboten werden. Das gilt auch für die in Europa übliche Praxis der Metaphylaxe, bei der ganze Tiergruppen mit Antibiotika behandelt werden, obwohl nur  einzelne Tiere erkrankt sind.

Der vzbv fordert die Fastfood-Ketten auf, bis zum 23. Dezember 2015 über ihre Unternehmensrichtlinien zu informieren, die für die Verwendung von Antibiotika in Fleisch, Milch und Eierprodukten, die in ihren Restaurants in Deutschland und international verkauft werden, gelten. Auch sollen sie Maßnahmen benennen, wie sich zukünftig auf die Metaphylaxe verzichten lässt.