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11.12.2015 > Pressemitteilung

Energielabel: Untersuchung zeigt Mängel bei Kennzeichnung

Marktcheck von vzbv und BUND bei Haushaltsgeräten
Quelle: 
starush - fotolia.com
  • Aktueller Marktcheck Energieverbrauchskennzeichnung zeigt gravierende Mängel auf.
  • Fast 10.000 Haushaltsgeräte wurden geprüft.
  • Jeder sechste Fernseher ist fehlerhaft gekennzeichnet.

Verbraucherinnen und Verbraucher können sich nach wie vor nicht darauf verlassen, dass der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten ausreichend gekennzeichnet ist. Das zeigt ein neuer Marktcheck von Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei 40 Einzel- und Online-Händlern. Im Einzelhandel wiesen besonders Fernseher Mängel bei der Kennzeichnung auf. In Verbrauchermärkten war jedes vierte der überprüften Produkte nicht richtig gekennzeichnet. Verbesserungen zeigt hingegen der Online-Handel.

Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte müssen seit vielen Jahren mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet werden. Doch nicht immer können sich Verbraucher auf die Qualität der Kennzeichnung verlassen. Das war das Ergebnis einer Untersuchung im Rahmen des Projekts MarktChecker im Zeitraum von September bis Oktober 2015 bei 40 Einzel- und Onlinehändlern. Insgesamt wurden fast 10.000 Haushaltsgeräte überprüft.

So fehlten Label komplett, manche waren falsch angebracht oder enthielten fehlerhafte Angaben. Besonders schlecht schnitten Fernseher ab. Hier war im Einzelhandel auch mehr als fünf Jahre nach Inkrafttreten der Vorgaben immer noch jeder sechste Fernseher nicht richtig gekennzeichnet. In Verbrauchermärkten war sogar jedes vierte getestete Produkt nicht richtig gekennzeichnet.

Verbraucher müssen sich auf das Energielabel verlassen können

„Handel und Hersteller müssen dafür sorgen, dass Produkte richtig gekennzeichnet sind. Insbesondere wenn eine individuelle Beratung nicht gewährleistet werden kann, muss das Energielabel für ein Minimum an Verbraucherinformation sorgen“, so Marion Jungbluth, Leiterin Team Energie und Mobilität beim vzbv.

„Der laxe Umgang mit Energielabeln ist kein Kavaliersdelikt. Ohne korrekte  Angaben zur Energieeffizienz laufen Verbraucher Gefahr, ungewollt Stromfresser zu kaufen. Verbraucher und Klima zahlen dafür über Jahre die Zeche“, sagt Robert Pörschmann, Energieeffizienz-Experte vom BUND.

Im Online-Handel haben die neuen Regeln, die seit dem 1. Januar 2014 gelten, für bessere Informationen gesorgt. Hier war nur noch jedes siebte Gerät falsch gekennzeichnet. Anfang 2014 war es noch fast jedes Dritte. Die neuen Regeln der EU zeigten Wirkung und würden meist gut umgesetzt, so Pörschmann. „Wir sind positiv überrascht, weil einige Händler sogar über die EU-Anforderungen hinaus Transparenz schaffen. Es gibt aber auch schwarze Schafe, die noch deutlich nachbessern müssen“, sagt Robert Pörschmann.

EU-Energielabel wird überarbeitet

Aktuell wird das EU-Energielabel überarbeitet. Die Verbände vzbv und BUND fordern von der EU-Kommission und dem Rat, dass die Label so schnell wie möglich überarbeitet werden, um transparente Informationen an Verbraucher zu übermitteln. Auch muss die Marktüberwachung verbessert werden.

Projekt MarktChecker

„MarktChecker“ ist die deutsche Kampagne des EU-Projekts „MarketWatch“ und wird durch den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) getragen. Insgesamt haben sich darin 16 zivilgesellschaftliche Organisationen aus ganz Europa zusammengeschlossen. Das Projekt soll helfen, das volle Energieeinsparpotenzial von Energielabeln und dem Ökodesign auszuschöpfen.